2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/475.md

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6.6.1.1Systemische Fragen
In den systemischen Fragen werden die schon beschriebenen
Grundprinzipien und Handlungsrichtlinien des systemischen
Handlungsmodells umgesetzt. Im Frage-und-Antwort-Spiel des
Interviews bleibt bei den Adressatinnen die Freiheit der Antwort,
auch die der unerwarteten und unerwünschten. Fragen passen zur
Handlungsrichtlinie des Hypothetisierens: Durch sie werden keine
Feststellungen
getroffen;
stattdessen
enthalten
sie
die
Beziehungsbotschaft, dass die Fragende offen ist für das
Unbestimmbare und die Veränderung der ihnen zugrunde liegenden
Hypothesen. Fragen drücken Interesse aus und richten sich auf die
Kontexte der präsentierten Information. Die Fragende gibt auch zu
verstehen, dass sie sich in diesem Moment nicht als Wissende
versteht; dadurch wird den befragten Menschen der Status von
Expertinnen für ihre Lebens- und Alltagsbewältigung zuerkannt.
Systemische Fragen können nach drei Gesichtspunkten
systematisiert werden: Typus der Fragen; Wirklichkeitsstatus, auf den
die Fragen abzielen; und die Absichten, unter denen diese Fragen
gestellt werden.