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6.2.7 Gender-Sensitivität
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Für die Beachtung der Gender-Sensitivität im Beratungsalltag hat eine
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Gruppe von Familientherapeutinnen am New Yorker AckermannInstitut neun Richtlinien formuliert (Walters et al. 1991). Sie gehen
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davon aus, dass die Gender-Abhängigkeit aller sozialen Realitäten in
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der Therapie konstruktiv genutzt werden kann. Das setzt voraus, dass
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sie als erkenntnisleitende Perspektive akzeptiert wird und die
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Therapeutinnen
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ihre
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Interventionen
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hinsichtlich
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verdeckter
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sexistischer Bedeutungen überprüfen. Ich habe die entsprechenden
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therapeutischen Richtlinien an anderer Stelle beschrieben (Ritscher
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1999); manche wurden bei der Gesellschaftsanalyse im dritten Kapitel
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thematisiert.
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Walters et al. zitieren Untersuchungen, denen zufolge Frauen in
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Beziehungen eher gefühlsmäßige Bindungen als Autonomie
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betonen. Wenn Sozialarbeiterinnen das im Kontext einer die
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Autonomie zum Fetisch erhebenden individualisierenden
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Gesellschaft als Schwäche interpretieren, werden die darin
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enthaltenen Beziehungsqualitäten von Frauen ignoriert oder gar
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diffamiert. Dann werden Ressourcen ausgeblendet, die für eine
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Veränderung der Beziehung notwendig sind und zu einem
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therapeutischen Erfolg beitragen könnten.
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Gerade in den ersten Lebensjahren der Kinder ist ihre
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Betreuung mit extremen Belastungen verbunden. Das hängt
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auch mit dem heutigen Erziehungsideal zusammen, das ein
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hohes Maß an Kindbezogenheit der Eltern im allgemeinen
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Familienleben und der Mutter im konkreten Erziehungsalltag
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einfordert. Im weiteren Verlauf der Kindheit und Jugend wird
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die konkrete physische Belastung geringer, allerdings werden
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erhebliche Zeitressourcen der Mutter erforderlich, um die
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vielzähligen Schul- und Freizeitaktivitäten der Kinder durch
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Fahrdienste, unterstützende Gespräche, Begleitung oder
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konkrete Hilfen bei Hausaufgaben zu ermöglichen. Wenn die
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Doppelbelastung der Mütter (Erziehung + Haushalt) in eine
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Dreifachbelastung (Erziehung + Haushalt + Erwerbsarbeit)
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