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Eine respektvolle Haltung gegenüber den Menschen kann mit einer Respektlosigkeit gegenüber ihren bisherigen Leitideen, Überzeugungen und Verhaltensweisen verknüpft werden (Cecchin, Lane u. Ray 1993): Was im Entstehungskontext einmal sinnvoll war, kann in späteren Lebensphasen der Alltagsbewältigung entgegenstehen, was in dem einen Beziehungskontext eine hilfreiche Überlebensstrategie sein mag, kann in einem anderen Kontext die Beziehung blockieren und soziale Anerkennung behindern. Zum Beispiel ist das fürsorgliche Verhalten der Eltern gegenüber kleinen Kindern angemessen und wird von ihnen mit Freude angenommen; die gleiche Fürsorglichkeit wird von den pubertierenden Kindern abgelehnt und führt zu vielen Missverständnissen. Eine respektlose Infragestellung der diesem Verhalten zugrunde liegenden Idee einer allumfassenden und immer währenden elterlichen Fürsorge kann hier für beide Seiten befreiend wirken.