34 lines
2.1 KiB
Markdown
34 lines
2.1 KiB
Markdown
den Erzieherinnen verorten. Der externe Kotherapeut bleibt dem
|
||
Heim und seinem Alltag gegenüber distanzierter. Das ist eine gute
|
||
Voraussetzung, um in Konfliktsituationen zwischen Heim und Eltern
|
||
auch deren Perspektive einen akzeptierten Platz im therapeutischen
|
||
Diskurs zu verschaffen. Als Frau kann die Familientherapeutin in einer
|
||
bestimmten therapeutischen Situation ein partielles und zeitweiliges
|
||
Bündnis mit der Mutter und – falls es sich um ein Mädchen handelt –
|
||
auch mit dem in der Wohngruppe lebenden Kind eingehen. Der
|
||
männliche Therapeut kann die entsprechende Beziehung dem Vater
|
||
und den Jungen der Familie anbieten. Indem sie beide auch bei
|
||
unterschiedlichen Standpunkten kooperieren, können sie als
|
||
diesbezügliches Modell für die Eltern dienen. In den
|
||
Familiensitzungen werden Familienthemen, der Alltag des Kindes im
|
||
Heim, Erziehungsprobleme und allgemeine Lebensfragen mithilfe der
|
||
unterschiedlichsten Methoden besprochen. Auch Konflikte zwischen
|
||
Eltern und Erzieherinnen bzw. anderen Teilsystemen des
|
||
Unterstützungssystem finden hier einen metakommunikativen Raum.
|
||
Die Arbeit im Haus Leuchtturm zeigt die Möglichkeiten einer
|
||
konsequenten, aber nicht dogmatischen systemischen Perspektive in
|
||
der Jugendhilfe. Sie zeigt auch, dass der systemische Ansatz über
|
||
den familientherapeutischen hinausgeht, indem alle relevanten
|
||
Systeme der Lebenswelt unserer Auftraggeberinnen in das
|
||
Unterstützungssystem einbezogen werden. Es wird deutlich, dass die
|
||
Familie als primäres Sozialisationssystem einen zentralen Platz in der
|
||
Lebenswelt der allermeisten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen
|
||
einnimmt, auch dann, wenn sie alleine leben, außerhalb der
|
||
Herkunftsfamilie wohnen oder die Familie sich im Trennungsprozess
|
||
befindet. Einsichtig wird auch, dass Therapie, Beratung, Pädagogik
|
||
und Sozialarbeit in dem theoretischen und praktischen Rahmen einer
|
||
systemischen Sozialen Arbeit miteinander verbunden sind. All diese
|
||
Formen sind Teil des Heimsettings und prinzipiell für alle
|
||
Mitarbeiterinnen des Heimes offen, wenn sie sich über zusätzliche
|
||
systemische Fortbildungen dafür qualifiziert haben.
|