2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/404.md

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Raw Blame History

5.5.6.1Supervision Als eigenständiger Handlungsbereich der Sozialen Arbeit enthält Supervision zwei Ebenen: Sozialarbeiterinnen treffen sich zur gemeinsamen Supervision hinsichtlich problematischer Situationen bei der Arbeit mit ihren Auftraggeberinnen, mit dem eigenen Team oder innerhalb ihres Anstellungsträgers. Sozialarbeiterinnen übernehmen die Rolle der Supervisorin für Kolleginnen im Feld der Sozialen Arbeit. Die eigene Arbeit mithilfe einer außen stehenden Fachkollegin zu reflektieren und die Systemdynamik des Teams bezüglich der Bremsen für eine konstruktive, verantwortungsvolle, methodisch abgesicherte und zugleich intuitive Praxis zu beleuchten ist inzwischen professioneller Standard in allen Bereichen der Sozialen Arbeit. Die Supervisorin dient als Mediatorin im System. Sie ist eine mit den Arbeitsfeldern vertraute Kollegin, die in diesem Kontext weder eine Mitarbeiterinnen- noch eine Vorgesetztenfunktion innehat. Sie ist außerhalb des Unterstützungssystems angesiedelt. Ihre hilfreiche Funktion erhält sie analog zur Funktion der Beraterin/Therapeutin/Sozialarbeiterin durch die Position des neu hinzukommenden „dialektischen Dritten“. Durch sie wird ein neues System das Supervisionssystem geschaffen, in dem die Widersprüche und Ambivalenzen, blinden Flecke und starren Überfokussierungen, Harmonien und Dissonanzen, kurz: Beziehungsmuster und Dynamik des Unterstützungssystems verdeutlicht, verdichtet, verflüssigt und eventuell in eine neue Gestalt transformiert werden können. Die Außenposition verhilft der Supervisorin zu einer immer wieder neu zu balancierenden Distanz gegenüber den anderen Mitgliedern des Supervisionssystems. Dadurch kann sie deren Wahrnehmungen und Beschreibungen noch einige Facetten hinzufügen.38