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eine Reform von organisatorischen Bedingungen bemühen, wenn sie
damit in Gefahr geriet, zu einem geschmeidigeren Funktionieren des
Unterdrückungsapparats beizutragen?29
Eine zweite Entwicklung hat sich allerdings als länger anhaltend
erwiesen und letztlich zum Konzept einer ganzheitlich orientierten
und auf Organisationsveränderung zielenden Sozialarbeit geführt.
Gemeint ist der Neubeginn einer (1933 in Deutschland
abgebrochenen) empirischen Forschung zu den Strukturen,
Arbeitsprozessen und Wirkungen organisierter Sozialer Arbeit.
Sozialarbeitsforschung begann oft in Verbindung mit der kritischen
Sozialarbeit. So haben ihre ersten Produkte noch zur Distanzierung
der Sozialarbeiterinnen gegenüber Organisationen und Verwaltungen
beigetragen, skandalisierten diese Studien doch Probleme
institutionellen Zwanges und der „Pathologisierung der Adressaten“;
Missstände in der ambulanten Fürsorge, den mehr oder weniger
geschlossenen Anstalten der so genannten Jugendfürsorge, der
Nichtsesshaftenhilfe und der Psychiatrie wurden dokumentiert und
untersucht.30 Nach und zum Teil auch schon während einer Phase
der Anklage setzte aber schon in den Siebzigerjahren eine
umfangreiche Beschäftigung mit den strukturellen Gegebenheiten
formeller sozialer Unterstützungssysteme ein, die auf Reformen in
den genannten Feldern zielte und Modellversuche anstieß.
Reformkonzepte für soziale Dienstleistungssysteme gehören
seitdem unter wechselnden Schwerpunktsetzungen zum Alltag der in
diesen Systemen Handelnden. Skizzenhaft dargestellt, ging und geht
es dabei um folgende Vorhaben, wobei die Jahreszahlen nur grobe
Anhaltspunkte geben:
19701980: Herstellung einer fachlichen Gesamtverantwortung
der Sozialarbeiterinnen im Feld, z. B. durch Zusammenlegung
von Innen- und Außendiensten, Verkürzung der Hierarchien und
Dekonzentration der Dienste (siehe 8. Jugendbericht, BMJFFG
1990, S. 184198; Bronke et al. 1989, S. 32 ff.). Mit
Dekonzentration war schon eine Herausverlagerung von