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Verwaltung; dieser haben sich spätestens nach dem Ersten
Weltkrieg auch die Organisationen der freien Wohlfahrtspflege
angepasst, die seitdem in viel höherem Maße als Freie Träger
im angloamerikanischen Sozialsystem auf öffentliche Zuschüsse
angewiesen sind.
Solche Traditionen können tief greifende Auswirkungen auf die
berufliche Identität haben: Künzel-Schön ist anhand einer Umfrage
unter Berufskolleginnen zum dem Schluss gekommen, dass
Sozialarbeiterinnen sich in administrativen Tätigkeiten nicht wieder
finden.
Sie führt aus:
„Das kann zu einer Identitätskrise führen, die so gelöst wird, daß
der sozialpädagogische Anteil des Berufs akzeptiert, der
administrativ-kontrollierende
abgewehrt
wird:
Die
Sozialarbeiterinnen nehmen Informationen nicht zur Kenntnis,
die sie als Vertreterinnen der Bürokratie ausweisen, und der
ungeliebte Anteil des Berufsbildes wird abgespalten und in
andere (ähnliche) Berufe projiziert, wie die Verwaltung, die
Polizei“ (Künzel-Schön 1991, S. 3).
Diese Beschreibung gilt auch für große Teile der in der Tradition der
so genannten kritischen Sozialarbeit stehenden Gemeinwesenarbeit.
Indem sich Fachkräfte an der Organisation von Protestaktionen und
Basisinitiativen beteiligten, konnten sie sich von den bürokratischen
Systemen absetzen, obwohl sie oft deren Teil waren.
Zweierlei Entwicklungen haben in den Siebzigerjahren solche
Distanzierungstendenz bekräftigt. Das war zum einen die
neomarxistische Kritik am Sozialstaat als Oppressions- und
Disziplinierungsagentur, wonach Sozialarbeit „die Gesellschaft vor den
möglichen Auswirkungen abweichenden Verhaltens (schützt), indem
sie dieses administriert und fragmentiert“ und „die systembedingten
Ungerechtigkeiten durch materiellen und ideellen Trost“ verschleiert
(siehe Hollstein u. Meinhold 1973). Wer mochte sich demzufolge um