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Anstellungsträger eine übergreifende Stiftung als Trägerorganisation
geschaffen. Es ist deutlich, dass die Gemeinwesenarbeit schon immer
eine gesellschaftskritische Position bezog, die durch die 68er
Protestbewegung in Deutschland, anderen europäischen Ländern und
den USA noch weiter geschärft wurde.
Alinsky23 kam mit nichts als seinem Sachverstand für
Aktivierungsprozesse in die Projekte, bei denen es galt, Bürgermacht
zu organisieren. Während er in einem Buchtitel von der Stunde der
Radikalen sprach, hatte sein akademischer Kollege Specht, Professor
für Sozialarbeit an der Berkley University, die Protesttechniken des
gewaltfreien Kampfes um soziale Rechte gegen revolutionäre
Strategien abgegrenzt. Gegen diese ab Ende der Sechzigerjahre in
Teilen der so genannten Kritischen Sozialarbeit verbreiteten Konzepte
wendete er sich mit dem Gegenkonzept der „disruptiven Strategien“
(siehe C. W. Müller 1988). Als Agitatoren und Propagandisten eines
revolutionären Bewusstseins, so Specht, sollten und dürften
Sozialarbeiterinnen sich nicht jenen Bürgerinnen und Bürgern
anbiedern oder aufdrängen, die sie bei der Selbstorganisation ihrer
Interessen unterstützen wollen. Gefordert ist also das Empowerment
der Benachteiligten, d. h. die Fähigkeit, eigene Interessen gegen die
etablierten Machtstrukturen zu artikulieren und solidarisch zu
vertreten. Dafür benötigen die Gemeinwesenarbeiterinnen politisches
(nicht
parteipolitisches)
Engagement,
kommunalpolitischen
Sachverstand, die Fähigkeit, Kommunikations- und Machtstrukturen
vor Ort einzuschätzen, Kompetenzen für die Öffentlichkeitsarbeit,
Methoden des Trainings und der Begleitung von Aktionsgruppen.
Die von Brager und Specht 1973 vorgelegte Definition von GWA
für die Soziale Arbeit veranschaulicht die ganze Komplexität des
Arbeitsansatzes (Brager u. Specht 1973, S. 27 f.):
Gemeinwesenarbeit
ist
eine
Interventionsmethode,
um
Individuen, Gruppen und Organisationen in einer geplanten Aktion
zur Beeinflussung sozialer Probleme zu engagieren. Sie ist auf die
Bereicherung, Entwicklung und Veränderung sozialer Institutionen
gerichtet.
Sie
beinhaltet
zwei
miteinander
verbundene