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5.5.3.1Verschiedene Gruppenformen in der Sozialen Arbeit
Im Kontext der Sozialen Arbeit lassen sich ganz allgemein
wachstumsund
arbeitsorientierte
Gruppen
unterscheiden.
Ausgehend davon, unterscheide ich produkt- und themenorientierte,
prozess- und selbsterfahrungsorientierte, alltagstagsstrukturierende
und freizeitgestaltende Gruppenformen.
Produkt- und themenorientierte Gruppen geben sich einen
klaren Auftrag zur Erstellung eines Arbeitsergebnisses. Beispiele
sind Projektgruppen im Rahmen des Studiums oder eines
Betriebes; Gruppen zur Formulierung von Erklärungen,
Stellungnahmen, Anträgen oder Seminararbeiten; studentische
Gruppen, die von einem Tutor betreut werden, um den Stoff
einer
Vorlesung
parallel
zu
dieser
aufzuarbeiten;
Bürgerinneninitiativen,
die
eine
bestimmte
politische
Entscheidung verhindern, verändern oder herbeiführen wollen;
oder Gruppen, die das Konfliktmanagement in prekären sozialen
Situationen (z. B. Skins in der U-Bahn) üben und in einen
gesellschaftpolitischen Kontext stellen. Für diesen Gruppentypus
sind Arbeitstechniken wichtig, die den ergebnisorientierten
Prozess strukturieren, systematisieren, nachvollziehbar machen
und der Beliebigkeit vorbeugen.
Ein in diesem Zusammenhang hilfreiches Verfahren ist die
„themenzentrierte Interaktion“ (TZI) von Ruth Cohn. Ihr Ziel
war es, die Trennung zwischen Inhalts- und Beziehungsebene
in Interaktionsprozessen wieder aufzuheben. Um eine
störungsfreie Beziehung als Kontext einer an inhaltlichen
Zielsetzungen orientierten Arbeit in der Gruppe zu erreichen,
hat Cohn mehrere Regeln für einen gelingenden
Gruppenprozess formuliert, auf deren Einhaltung die
Teilnehmerinnen und falls vorhanden die Gruppenleiterin zu
achten haben (Cohn 1975):
„Sei dein eigener Chairman“, d. h., übernimm Verantwortung
für die Folgen deines Handelns in der Gruppe.