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5.4.3.1Klientin, Kundin, Adressatin, Auftraggeberin: Eine
Begriffsklärung
Vorab eine begriffliche Klärung auf der Basis des ökosystemischen
Modells von Uri Bronfenbrenner (1978). Das System der primären
Auftraggeberinnen ist aus der Perspektive der professionellen
Hilfeanbieterinnen ein Mikrosystem. Weitere mit ihm und dem
Problem verknüpfte soziale Systeme sind als Mesosysteme zu
verstehen. Im Rahmen der Jugendhilfe ist meistens die Familie das
zur Diskussion stehende Mikrosystem. Aber auch das in der Schule
auffällige Kind und die dadurch überforderten Lehrerinnen lassen sich
als ein Mikrosystem definieren, das eine professionelle Intervention
von außen erfordert. Durch den Einbezug der Familie des auffälligen
Kindes würde dann das für die Soziale Arbeit relevante Mesosystem
Kind + Lehrerin + Familie entstehen. Zusammen mit der
Sozialarbeiterin würde es das Unterstützungs- bzw. Hilfesystem
bilden. Auch eine ganze als problematisch bezeichnete Schulklasse
kann zusammen mit ihrer Lehrerin als Mikrosystem definiert werden.
Für eine diesbezügliche professionelle sozialarbeiterische Intervention
bietet sich die sozialpädagogische Gruppenarbeit an.
Auf der Seite der systemischen Therapie hat de Shazer für die
„Therapeut-Klient-Beziehung“ die Unterscheidung von Kläger
(„complainant“), Besucher („visitor“) und Kunde („customer“)
eingeführt (de Shazer 1989). Die Besucherin befindet sich in der
Position einer „potenziellen Kundin“; sie testet zunächst unverbindlich
die Angebote und Möglichkeiten der Therapeutin und benötigt deren
freundlich-nichtinstruktives
Beziehungsangebot,
um
ein
therapierelevantes Problem („Beschwerde“ bzw. „Klage“) zu
definieren. Die „Klägerin“ hat sich entschlossen, therapeutische Hilfe
in Anspruch zu nehmen und erwartet „eine Lösung als Resultat des
Interviews“ (ebd., S. 105).
Die „Kundin“ ist schon einen entscheidenden Schritt
weitergegangen und „bekundet“ ihr für eine erfolgreiche Therapie
notwendiges eigenes Veränderungsinteresse.