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In der Lebenswelt sind die Orte des Alltagshandelns zu einem
räumlichen Netzwerk verknüpft. Sie können schnell, leicht und
ohne besondere Vorbereitungen bzw. Erlaubnisprozeduren
erreicht, genutzt und gestaltet werden. Solche Orte des
Alltagshandelns sind z. B. das Wohnquartier, die eigene
Wohnung, Wohnungen von Freundinnen, Verwandten,
Partnerinnen und befreundeten Familien; Büro und Fabrik als
Arbeitsplatz;
Versammlungslokale,
Plätze,
Straßen,
Verkehrsmittel; das Schwimmbad, die Turnhalle, das Theater
und andere kommunale Einrichtungen.
Das subjektive Handeln in der Lebenswelt ist leibliches Handeln.
Das die Selbstverständlichkeit der eigenen Existenz sichernde
und in den alltäglichen sozialen Situationen gewonnene Gefühl
des ICH BIN ist körperlich verankert. Sage ich ICH, erlebe ich
mich in meinem Körper innerhalb der durch die Haut gebildeten
Grenze zu meiner Umwelt.
Über diese räumliche Komponente hinaus stellt sich Lebenswelt
auch zeitlich her: Durch die Erinnerung an selbst gelebte soziale
Situationen und die aus ihnen abgeleiteten Normen, Regeln und
Werte bildet die kommunikativ handelnde Person eine
Vorstellung von Normalität und Alltäglichkeit, die eine bruchlose
Weiterführung der gegenwärtigen Lebenssituation in der
Zukunft erwarten lässt. Diese Erwartung kann trügen; dann
entsteht eine Krise zwischen dem betreffenden Menschen und
seiner Umwelt.
Als fünfter Aspekt ist die Selbstverständlichkeit des alltäglichen
Handelns zu nennen: Alltagshandeln wird normalerweise erst zu
einem Thema der Reflexion, wenn es Probleme, Spannungen,
Konflikte, Frustrationen erzeugt. In einem solchen Fall verliert
die aktuelle soziale Situation und über sie die gesamte
Lebenswelt ihre Unmittelbarkeit und Selbstverständlichkeit.
Dann werden die Lebenswelt und der Lebensentwurf des
Menschen thematisiert und zum Gegenstand von Kritik und
Veränderungsideen.