2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/232.md

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Das Leben unter diesem Ideal hilft, die phasenspezifische Aufgabe
(Gestaltung der Dyade und einer ersten Beziehungsidentität) zu
lösen. Dadurch werden auch Ressourcen gebildet, die für die
Bewältigung der Übergangskrise und der weiteren Beziehungsphase
von großer Wichtigkeit sind. Ich denke hier an die Bildung eines
primären Gefühls von Bindung Verbundenheit und Zuversicht in die
Zukunft, wovon in kritischen Situationen eine Motivationskraft für ihre
Bewältigung ausgehen kann. Nun kommt es in diesem gemeinsamen
Prozess zu einem Punkt, an dem die bisher geltenden Regeln,
Leitideen und Handlungsmöglichkeiten nicht mehr ausreichen, um die
im Rahmen des gleichen Prozesses entwickelten persönlichen
Wünsche,
Ängste,
Hoffnungen
mit
den
entsprechenden
Anforderungen des dyadischen Systems und seiner Kontexte
auszubalancieren.
Dieser Punkt lässt sich als die erste Übergangskrise bezeichnen.
Gemeint ist damit die konflikthafte Phase der Transformation einer
Beziehung in eine neue Stufe ihrer Gestaltung am sich immer
bewegenden
Kreuzungspunkt
von
gelebter
Vergangenheit
(Diachronie) und den Möglichkeiten der Zukunft (Multichronie).
Dieser nach dem heraklitischen Prinzip des „Alles fließt“7 zu
beschreibende Kreuzungspunkt wird üblicherweise als Gegenwart
(Synchronie) bezeichnet. Gelingt es, die Krise zu bewältigen, eröffnen
sich der gemeinsamen Beziehungswirklichkeit neue Horizonte;
verfangen sich die Beteiligten in destruktiven Verschlingungen, wird
die Beziehung aufgelöst ohne damit unbedingt beendet zu sein.
Eine andere Möglichkeit besteht in der Einigung auf die Regel: „Jede
Trennung, aber auch jede Konfliktlösung muss unter allen Umständen
verhindert werden“; dann entsteht ein die Bewegung der Beziehung
einfrierender „Clinch“ (Stierlin et al. 1977, S. 34 ff.).
Das Thema der Übergangskrise heißt: „Konfrontation von
Vergangenheit und Zukunft“ in der Gestaltung der aktuellen
Beziehungswirklichkeit(en). Mit den sich in ihrer Beziehung treffenden
oder verfehlenden Menschen treffen oder verfehlen sich auch zwei
Beziehungsmodelle. Sie wurden in den jeweiligen Kontexten der