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Die Idee, dass durch Wissenschaft und Technik alles machbar sei,
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vermindert das Interesse für eine kommunikative Arbeit an
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Problemen und schafft damit in vielen Fällen neue. Man denke nur an
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die Belastungen, denen sich ein Paar durch die Entscheidung für eine
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künstlichen Befruchtung aussetzt, um die Last der Kinderlosigkeit
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abzustreifen.
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Doch auch hier gibt es eine andere Seite: So komfortabel, gesund
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und lang wie wir in der industrialisierten „Ersten Welt“ hat
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wahrscheinlich noch keine Generation in der Kulturgeschichte der
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Menschheit gelebt; z. B. brachte die Einführung der Antibabypille
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einen radikalen Emanzipationsschub für die Frauen mit sich. Auch
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Männer können von dieser Möglichkeit einer Sexualität ohne Angst
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vor einer Schwangerschaft profitieren. Allerdings haben sie dank der
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Antibabypille auch die Möglichkeit, ihre Verantwortung für die
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Schwangerschaftsverhütung vollständig an die Frauen zu delegieren –
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wenn diese es ihnen gestatten.
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Wissenschaft und Technik werden in unserer Gesellschaft immer
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noch als die Bewahrer von Wahrheit und Objektivität verstanden. Der
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Mythos heißt: Was sie erzeugen, ist gut und erstrebenswert. Auch der
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Umgang mit den von ihr erzeugten Risiken bleibt Teil dieses Sektors.
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Was als technologisch-wissenschaftliches Risiko definiert wird, welche
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Kriterien und Parameter solchen Definitionen zugrunde gelegt
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werden, hängt wiederum von Expertisen und Vorschlägen der
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Scientific Community ab. Niemand will und kann heute die Erfolge der
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Verschweißung von Wissenschaft und Technologie bezweifeln oder
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rückgängig machen. Wichtig aber ist eine Infragestellung ihres
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universellen Anspruchs auf die Wahrheit ihrer Erkenntnisse und die
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langfristige und globale Nützlichkeit ihrer Produkte. Notwendig ist ein
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Kontrapunkt, der sich ihrem Diktat entzieht und dennoch im
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wissenschaftlichen Diskurs verankert ist. Dies wäre die Aufgabe einer
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„Verantwortungsethik“ (Jonas 1984). Sie könnte helfen, die positiven
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Seiten von Wissenschaft und Technologie, Neugierde, Kritik,
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Innovation, Pragmatismus und die theoriegeleitete Praxis zu erhalten
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