42 lines
1.7 KiB
Markdown
42 lines
1.7 KiB
Markdown
Anpassung zu übernehmen, sondern selbst zu gestalten?
|
||
Anders formuliert: Wie viele materielle, ideelle und
|
||
kommunikative Ressourcen haben unterschiedliche Menschen
|
||
und ihre sozialisierenden Systeme, um es den Menschen zu
|
||
erlauben, eigene Lebensentwürfe zu formulieren und zu
|
||
realisieren? Welche Benachteiligungen bzw. Privilegien haben in
|
||
dieser Hinsicht bestimmte Bevölkerungsgruppen (Frauen,
|
||
Kinder, Männer, alte Menschen, chronisch kranke und
|
||
behinderte
|
||
Menschen,
|
||
kinderreiche
|
||
Familien)
|
||
und
|
||
gesellschaftliche Gruppen (Kapitalbesitzer, lohnabhängige
|
||
Menschen in gesicherten bzw. prekären Arbeitsverhältnissen,
|
||
Selbstständige, Arbeitslose)? (Zu Theorien der sozialen
|
||
Ungleichheit siehe Diezinger u. Mayr-Kleffel 1999).
|
||
Die Gender-Perspektive erbringt darüber hinaus einige spezifische
|
||
Fragestellungen:
|
||
Wie viel strukturelle und persönliche Macht/Ohnmacht,
|
||
finanzielle
|
||
Sicherheit/Unsicherheit,
|
||
räumlich-zeitliche
|
||
Mobilität/Immobilität wird Männern und Frauen über die
|
||
Geschlechtsrolle zugebilligt oder verwehrt?
|
||
Welchen
|
||
zusätzlichen
|
||
Benachteiligungen
|
||
unterliegen
|
||
homosexuell orientierte Frauen und Männer, die ihre
|
||
Geschlechtsrolle quer zur gesellschaftlichen Normalität
|
||
definieren?
|
||
Durch welche politisch durchzusetzenden Konzepte können die
|
||
mit den Geschlechtsrollen verbundenen Benachteiligungen
|
||
aufgehoben werden?
|
||
Was für Friedrich Engels im Jahre 1884 (siehe Engels 1969) noch der
|
||
Schlüssel zur Befreiung der Frau war – ihre (Wieder-)Eingliederung in
|
||
die produktive Arbeit –, kann für uns heute nur noch eine von
|
||
mehreren miteinander verbundenen Perspektiven sein. Die
|
||
Berufstätigkeit der Frauen außer Haus zu ermöglichen (nicht zu
|
||
erzwingen) ist heute keine revolutionäre Forderung mehr. Um sie
|