2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/122.md

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Das Gegensatzpaar „Nähe vs. Distanz“ benennt im sozialen Raum
die Entfernung zwischen geographischen Orten (Zwischenraum), z.
B. zwischen Wohnung und Kindergarten; metaphorisch wird damit
auch die psychische Entfernung zwischen Menschen beschrieben.
Entfernung im sozialen Raum spielt eine gewichtige Rolle im
familiären Alltag.
Nehmen wir als Beispiel die Beziehung zwischen Familie und
Kindergarten:
Wie groß ist die Entfernung zwischen beiden Orten; kann das
Kind sie allein bewältigen, oder ist es auf Begleitung
angewiesen?
Wie sicher ist der Weg hinsichtlich möglicher Gefährdungen
durch den Autoverkehr?
Kann das Kind den Weg in Gemeinschaft mit anderen Kindern
gehen, oder muss es diese Aufgabe allein bewältigen?
Die Wohnung der Familie lässt sich als sozialer Ort definieren.
Ihre Gestaltung hat eine große Bedeutung für die Gestaltung der
familiären Kommunikation:
Liegt die Wohnung in einem verkehrsreichen Stadtteil, sodass
ein freies Spiel der Kinder nur innerhalb der Wohnung und
anderer fest umgrenzter Orte (z. B. dem Kindergarten) möglich
ist?
Ist die Wohnung groß genug, um weiträumige Spiele des
Kindes zu gestatten, oder ist das nur in dem großflächigen
Kindergarten möglich?
Gibt es in der Wohnung genügend Spielmaterialien, die
Kreativität, Spontaneität und Aktionsinteresse des Kindes
anregen?
Gibt es genügend Rückzugsraum für alle Familienmitglieder,
können z. B. die älteren Kinder, ungestört durch die jüngeren,
ihre Schulaufgaben erledigen?