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2.4.4.1.1 Zeit
Entwicklung ist per definitionem ein zeitlicher Prozess. Soziale Zeit ist
ein Konstrukt, mit dessen Hilfe die Menschen soziale
Erlebnisabfolgen nach Unterschiedlichkeiten ordnen und dadurch
relevante Informationen für sich gewinnen. Das wichtigste
Ordnungsmuster ist die Interpunktion in Vergangenheit, Gegenwart
und Zukunft.
„Die Begriffe Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
bringen die Beziehung einer Person (oder Personengruppe) zu
einer Wandlungsfolge zum Ausdruck. Nur im Bezug auf einen
Menschen, der ihn erlebt, nimmt ein bestimmter Augenblick in
einem kontinuierlichen Strom den Charakter der Gegenwart an,
gegenüber anderen den Charakter einer Vergangenheit oder
einer Zukunft. Als Symbole erlebter Zeiteinheiten repräsentieren
diese drei Ausdrücke nicht nur eine Abfolge, sondern die
gleichzeitige Präsenz der drei Zeiteinheiten in der menschlichen
Erfahrung. Man könnte sagen, dass Vergangenheit, Gegenwart
und Zukunft, obgleich drei verschiedene Worte, einen einzigen
Begriff bilden“ (Elias 1984, S. 47 f.).
Die Vergangenheit eines sozialen Systems repräsentiert sich nicht als
objektive Geschichte, sondern in „Geschichten über die Geschichte“,
also ihrer Rekonstruktion durch die im aktuellen System Handelnden.
Neben dieser möglicherweise von Erzählerin zu Erzählerin
variierenden Geschichtsschreibung gibt es eine auf das Handeln aller
Systemmitglieder
bezogene,
über
langfristige
Zeitprozesse
festgeschriebene Traditionsbildung des Systems. Geschichten über
Vorfahren, Vorstellungen von Familienehre und Pflege des ideellen
wie materiellen Erbes, Berufswahlen, Strategien zum Umgang mit
familiären Konfliktthemen und familiäre Dissidentinnen all das und
noch vieles mehr kann intergenerational weitergegeben werden. Im
diesem Prozess der intergenerationalen Weitergabe fügen sich die
genannten Elemente zu einem mehr oder weniger offenen oder