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Binnenraum des Systems richten und dadurch ihre Bindung
aneinander stärken. Aus dem Zusammenspiel beider Polaritäten
in den aktuellen Beziehungssituationen ergibt sich der Grad des
Systemzusammenhaltes („Systemkohäsion“). Notwendig für ein
langfristig bestehendes System ist eine Balance zwischen
beiden Aspekten. Das Übergewicht der zentripetalen Kräfte
erschwert den Austausch des Systems mit seinen Umwelten,
ein Übergewicht der zentrifugalen Kräfte erschwert die
Selbstzuschreibung einer Eigenidentität. In beiden Fällen bleibt
der Grad der Systemkohäsion gering, die Existenz des Systems
ist bedroht.
Verändernde vs. erhaltende Systemkräfte. Verändernde
Systemkräfte richten das System auf Weiterentwicklung aus,
indem neue von außen kommende oder intern herausgebildete
Informationen durch Assimilation und Akkommodation in die
Systemorganisation integriert werden. Da für diese neuen
Anforderungen noch keine sicheren Bewältigungsschemata
ausgebildet sind, reagiert das System „ver-stört“ bzw.
verunsichert. Die erhaltenden Systemkräfte richten sich auf
altbekannte (redundante) Informationen. Diese verunsichern
nicht, weil sie die vorhandenen Schemata in ihrer bestehenden
Gestalt verstärken und keine Neuanpassung („Äquilibration“;
siehe auch Anm. 21) erfordern. Im Zusammenspiel dieser
beiden Kräfte entsteht Entwicklung, d. h. die kontinuierliche
Anpassung des Systems an neue systeminterne und -externe
Informationen und Anforderungen.
Jeder Systemprozess lässt sich im Hinblick auf seine Funktion für die
Stabilität oder Instabilität des Systems einschätzen, je nachdem, in
welchem der vier Felder er verortet ist. Die Stabilität eines Systems
wird langfristig immer durch eine ausbalancierte Dialektik zwischen
den genannten vier Polen gesichert. Das heißt, ein einseitiges
Beharren auf zentripetalen, zentrifugalen, veränderungsorientierten
oder erhaltungsorientierten Kräften wirkt destabilisierend für das
Ganze.