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bin schon selber groß genug“ zurückweist. Appell: „Kümmere dich
doch um deine und nicht um meine Angelegenheiten“; Beziehung:
„Ich lasse mich von dir nicht mehr bevormunden“; Selbstoffenbarung:
„Ich weiß selber, was ich will.“ Wenn die Mutter darauf symmetrisch
reagiert, ist der Beziehungskrach unvermeidlich.
Aus der Vieldeutigkeit der übermittelten Botschaften ergibt sich
eine
Vielzahl
kommunikativer
Missverständnisse,
die
zu
kommunikativen Problemen und chronifizierten Konflikten führen
können (ebd., S. 97). Dann „redet man aneinander vorbei“, indem die
Bedeutungen (Seiten) der eigenen Botschaft nicht klar benannt und
die der anderen ignoriert werden. Oder es entsteht ein Kampf um die
Anerkennung der eigenen Bedeutungen.
Die Seite des Sachinhaltes einer Nachricht kann „Probleme der
Sachlichkeit und Verständlichkeit“ nach sich ziehen. Diese kennt jede
Lehrerin, die sich darum bemüht, die Kinder für den Unterrichtsstoff
zu interessieren, und deshalb nach anregenden und Verständlichkeit
ermöglichenden Methoden sucht. Die Seite des Appells bringt
eventuell „Probleme der Beeinflussung, Manipulation und des
Ausdrückens von Wünschen“ mit sich, wenn sich die Empfängerin der
Botschaft gegen die im Appell enthaltenen Kontrollversuche wehrt.
Auf der Beziehungsseite einer Nachricht wird direkt oder indirekt das
grundlegende Bedürfnis jedes Menschen nach Liebe, Achtung und
Wertschätzung zum Thema. Wir alle haben aber unsere ganz eigene
Vorstellung darüber, wie Botschaften beschaffen sein müssen, die wir
als liebvoll und wertschätzend identifizieren. Je nach eigener
biografisch verstehbarer Sensibilität für dieses Thema und eigenen
Vorstellungen
von
den
angemessenen
verbalen
oder
körpersprachlichen Ausdrucksmitteln können hier schon kleine
Irritationen, Missverständnisse oder situative Zurückweisungen eine
weit reichende Eskalationsdynamik in der Beziehung in Gang setzen
(vgl. Tannen 1991). Die Seite der Selbstoffenbarung verweist auf die
Notwendigkeit von Grenzen zwischen uns und den sozialen anderen.
Wenn wir die Kontrolle darüber verlieren, was diese von uns wissen
dürfen, wächst das Risiko der psychischen Verletzung bzw. Kränkung.