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nach Capra 1996, S. 80) die Verbindung, Gleichzeitigkeit und
Gleichwertigkeit von beschreibender Person und beschriebener
Wirklichkeit heraus. Sie betont die „Konstruktion der Wirklichkeit(en)“
durch die Beobachterin. Da es auch harte, z. B. materielle
Wirklichkeiten und ihre Gesetzmäßigkeiten gibt, die nicht allein durch
Denkprozesse entstanden und aktuell auch nicht in ihrer Existenz,
sondern höchstens in ihrer Bedeutung für die Beobachterinnen
veränderbar sind, schlage ich den Begriff subjektive Rekonstruktion
der Wirklichkeit vor. Dadurch wird das Dilemma vermieden, einerseits
Wirklichkeit als reine Kopfgeburt zu verstehen und andererseits in
einen platten Materialismus zu verfallen, der das menschliche Gehirn
als Container für die gegenstandsgetreuen Abbilder der Umwelt
auffasst.
Die erkenntnistheoretische Konsequenz dieser Hypothese heißt:
Es gibt keine Möglichkeit, Wirklichkeit in einem Eins-zu-eins-Verhältnis
abzubilden bzw. objektiv darzustellen. Es gibt also auch keine absolut
richtigen oder falschen Aussagen, denn solches setzte voraus, was
die zweite Kybernetik bestreitet: eine von der Beobachterin
unabhängig beobachtbare, beschreibbare, analysierbare und nach
objektiven Gesetzen im Experiment reproduzierbare soziale
Wirklichkeit. Maturana spricht in diesem Zusammenhang von
„Objektivität in Klammern“ (zit. nach Hargens 1987).
Im Gegensatz zum „Radikalen Konstruktivismus“, der in der Folge
einer radikalisierten „Kybernetik zweiter Ordnung“ die Welt nur noch
als Erfindung der Beobachterin definiert (siehe von Foerster in
Watzlawick 1990, S. 36), bevorzuge ich den Begriff der
Rekonstruktion der Wirklichkeit durch eine Beobachterin.
Diese Rekonstruktion kann durchaus zu einer neuen, bisher noch
nie da gewesenen Gestalt führen; aber auch sie enthält
Reproduktionen von Umweltkomponenten, die im schöpferischen Akt
zu einer neuen Gestalt verknüpft werden (siehe Ritscher 1998).
Die wissenschaftstheoretische Konsequenz dieser Hypothese
heißt, dass die subjektiven Voraussetzungen für die drei Bereiche der
Rekonstruktion von Wirklichkeit Beschreibung, Erklärung und