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2.3
Erkenntnistheoretische Voraussetzungen
der Systembeobachtung, -beschreibung
und -erkenntnis
Systemisches Wahrnehmen, Beobachten, Erkennen, Denken, Fühlen
richtet sich immer auf Kommunikation, d. h. die Verknüpfung von
Menschen, Tieren, Pflanzen, Gedanken, Gefühlen und Dingen durch
bedeutungsvolle Beziehungen und ihre Organisation in einer
Gesamtgestalt, die wir System bzw. Ökosystem nennen.
Entscheidend
für
das
systemische
Denken
ist
der
Paradigmenwechsel von einer objektiven zu einer epistemischen
Wissenschaft: „… zu einem Denksystem, in dem die Epistemologie
die Art der Fragestellung ein integraler Bestandteil
wissenschaftlicher Theorien wird“ (Capra 1996, S. 56). Systemisches
Denken, Forschen und Handeln postuliert die Einheit von Denkerin
und Gedachtem, Beobachterin und Beobachtetem, Ego und Alter in
der
Kommunikation.
Alle
umgangssprachlichen
und
wissenschaftlichen Aussagen stehen unter diesem Axiom der Einheit
von Beobachterin und Beobachtetem und der zwischen ihnen
geknüpften Beziehung. Deshalb geben sie kein objektiv gesichertes
Wissen über die Wirklichkeit wieder, sondern Beschreibungen und
Erklärungen der Wirklichkeit im Lichte der von der Beobachterin
verwendeten Theorien sowie der im Beobachtungssystem relevanten
und deshalb von der Beobachterin gewählten Themen (vgl. auch
Heisenberg 1959, S. 40).
Pointiert ausgedrückt: Wenn wir von einem System sprechen,
sprechen wir über ein Modell in unserem Kopfe, mit dessen Hilfe wir
die Wirklichkeit wahrnehmen, beschreiben, erklären, theoretisieren
und handelnd gestalten. Mithilfe des Systemmodells stellen wir
soziale Wirklichkeiten noch einmal her; wir rekonstruieren sie, indem
wir ihnen einen neuen Rahmen und darin bestimmte Bedeutungen
geben. Im Gegensatz zu Erkenntnistheorien, welche das Primat und
die Unabhängigkeit der äußeren Realität betonen, stellt die
„Kybernetik zweiter Ordnung“ („the second cybernetics“, Maruyama