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Systemdenken, Ökologie und Sozialarbeit
Wir gestalten unsere Interaktionen in sozialen Räumen. Landschaften, der Himmel über und die Erde unter uns, Gebäude, Straßen und ihre Verknüpfung mit Organisationen bzw. Institutionen im Gemeinwesen stecken als dreidimensional wahrgenommene Räume unsere Handlungsfelder ab. Wir gestalten sie und sie gestalten uns in einem zeitlichen Verlauf, den wir zunächst als die Linie Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft erleben. Wir lassen Beziehungsräume entstehen und vergehen, wir entwickeln in ihnen neue Situationen, durch die sich Vergangenes aufhebt und Zukunft vorweggenommen wird. Räumliches Sein lebt im zeitlichen Werden; ohne diese Verknüpfung gäbe es keine lebenden Systeme. Die Gesamtgesellschaft oder gar die Welt insgesamt ist – wie auch die Natur und das Universum – Kontext der engeren sozialen Räume. Diese überschaubaren Räume lassen sich mithilfe des griechischen Begriffs oikos erschließen. Oikos war der Haushalt als Wirtschaftseinheit. In ihm verbanden sich die gemeinsam produzierenden und ihren Lebensunterhalt („Reproduktion“) sichernden Menschen mit dem bearbeiteten Boden, den Tieren, Pflanzen, Gebäuden und Werkzeugen. Er gewährleistete auch den Austausch mit anderen Wirtschaftseinheiten, z. B. durch Handelsbeziehungen. Die moderne Ökologie betont unter Bezug auf dieses traditionelle System vor allem den Gesichtspunkt einer wechselseitigen Abhängigkeit zwischen der „ersten Natur“ und dem Menschen als sozialisierter, „zweiter Natur“. Das setzt einen Ausgleich der Interessen und die Respektierung der Natur als Lebensgrundlage aller daran Beteiligten voraus. Wenn wir den Aspekt der Balance zwischen System und Umwelt im Interesse der Lebensfähigkeit beider zu einer grundlegenden systemischen Perspektive machen, erweisen sich nicht nur Biotope, sondern auch Menschen (biopsychosoziale Systeme) und gesellschaftliche Umwelten als Ökosysteme. In ihnen verbinden sich