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Raw Blame History

und Perspektiven ein Konzept des Systems, das in der Philosophiegeschichte schon in vielfältiger Weise vorausgedacht worden war (siehe Duss-von Werdt 1996, S. 6 ff.). Der Systembegriff findet sich schon bei Platon und Aristoteles. Kant unterscheidet in seiner Kritik der Urteilskraft das Maschinensystem von einem lebendigen System. Hegels Impulse für eine systemische und dialektische Kommunikationstheorie hat Helm Stierlin in einem Buch aufgearbeitet, dessen Titel eine berühmte Formulierung aus der Phänomenologie des Geistes wiedergibt: Das Tun des Einen ist das Tun des Anderen (Stierlin 1972). Buber paraphrasierte in seiner Dialogphilosophie die Essenz des jüdisch-christlichen Schöpfungsmythos (Johannes 1, 1: „Im Anfang war das Wort“) und formulierte: „Im Anfang ist die Beziehung“ (Buber 1983, S. 25). In der Beziehung konstituiert sich das „Ich“ zum „Du“ und umgekehrt, sodass beide erst im „Wir“ zu ihrer eigenen Existenz finden. Der Bereich, in dem sich das „Wir“ gestaltet, nennt Buber „das Zwischen“ und nimmt damit das Konzept der „Organisation von Beziehungen“ vorweg: „Das Wesentliche … vollzieht sich nicht in dem einem und dem andern Teilnehmer, noch in einer beide und alle Dinge umfassenden neutralen Welt, sondern im genauesten Sinne zwischen beiden, gleichsam in einer nur ihnen beiden zugänglichen Dimension“ (Buber 1982, S. 166; Hervorh.: W. R.). Schon diese kurzen Verweise machen deutlich, in welch komplexen Traditionsprozess wir eingesponnen sind, wenn wir heute den Begriff des Systems verwenden. Vielleicht kann uns eine solche Rückbesinnung davor bewahren, die heute gängigen systemischen Handlungskonzepte als pure Techniken zu missbrauchen. Ihr Wert für die menschenfreundliche Entwicklung von sozialen Systemen, die als „problematisch“ bezeichnet werden, resultiert gerade aus ihrer Einbettung in die philosophische Frage nach dem Menschen als Teil eines größeren Ganzen; das ist zugleich die Frage nach dem Sinn seiner Existenz.