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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 245 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
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10. Aufsuchende Familientherapie als ambulante Hilfe zur Erziehung
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Streit usw. geht, können wir uns gegenseitig stützen, Überblick und
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Distanz wahren.
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• Während des Gespräches lassen sich Pausen einlegen (eine settingstrukturierende Methode – siehe Ritscher 2002a), in denen wir
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uns miteinander austauschen, um gemeinsam wieder eine Distanz
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(Metaposition) zur aktuellen Situation herzustellen; wir können unsere Sichtweisen reflektieren und aufeinander abstimmen, die nächsten Schritte im Gespräch überlegen, Abschlusskommentare und
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Handlungsvorschläge für die Zeit bis zur nächsten Sitzung gemeinsam formulieren und mögliche Reaktionen der Familie hypothetisch
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vorwegnehmen.
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• Wir können parallel mit unterschiedlichen Subsystemen der Familie
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arbeiten, z. B. besprechen die Therapeutin und eine allein erziehende Mutter auf einem Spaziergang »frauenrelevante« Themen, und
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der Therapeut arbeitet an dem Vertrauensverhältnis zum pubertierenden Sohn, indem er mit ihm Billard spielen geht; oder der Therapeut führt mit den zusammenlebenden Eltern ein Gespräch über angemessene Erziehungsmaßnahmen, und die Therapeutin initiiert
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mit den Kindern in einem getrennten Raum ein Handpuppenspiel
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zum Thema »Eltern und Kinder« oder »Geschwisterbeziehung«;
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oder die Therapeutin arbeitet allein mit der Mutter, der Therapeut
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mit dem Vater.
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• Allparteilichkeit und Neutralität der Therapeutinnen und Therapeuten (zu diesen Konzepten s. Ritscher 2002a) sind stärker gewährleistet.
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• Familien wird in ihrem alltäglichen Umfeld eine »doppelte Portion«
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Bedeutung und Wertschätzung vermittelt und damit ihr Selbstvertrauen gestärkt.
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Eine Sitzung in Aufsuchender Familientherapie dauert in der Regel
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90 Minuten. Wenn es für das Verstehen der aktuellen Beziehungssituation oder für längerfristig angelegte Interventionen erforderlich
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ist, werden vom Team eine oder mehrere Pausen eingelegt. Die Sitzungen werden vor- und nachbesprochen. Nach unserer Auffassung
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brauchen die in der Sitzung erarbeiteten Impulse zur Umsetzung im
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Alltag Zeit. Daher werden die Sitzungen in 14-tägigen Abständen
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durchgeführt. Zum Ende eines Prozesses hin vereinbaren wir längere
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Abstände zwischen den Sitzungen, um die gegenseitige Ablösung zu
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unterstützen.
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Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass mit diesem Setting in einem
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Zeitraum von ein bis zwei Jahren Veränderungen in den meisten mit
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uns zusammen arbeitenden Familien angestoßen werden können.
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