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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 224 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
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Ute Buggenthin
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ziehungsberatung. Die Mutter spricht mit leiser, deprimierter Stimme,
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findet durchaus anerkennende Worte für ihren Sohn, klagt aber auch
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ausgiebig. Paul nimmt zu uns offen Kontakt auf und sieht uns mit wachen Augen direkt an. Er hat ein freundliches, leicht provozierendes
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Auftreten. Blickkontakt zu seiner Mutter vermeidet er. Er entwertet seine Mutter mit Sätzen wie: »Von so einer lass ich mir nichts sagen, die
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ist viel zu dumm.« Nachdem ausreichend Informationen ausgetauscht
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und erste Ziele benannt wurden, gehen der Sozialpädagoge und die Familientherapeutin in ein Reflecting Team (Andersen 1990). Vor den
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anwesenden Personen unterhalten sie sich über das, was gerade gehört
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und wahrgenommen wurde. In wohlwollender und respektvoller Art
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sprechen sie ihre Beobachtungen an, z. B.: »Ich hatte den Eindruck,
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dass Frau Krahl sehr traurig wurde, als Paul sagte, dass …« Oder: »Paul
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macht im Moment auf mich den Eindruck, als wäre er bereit, sich auf
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die Probezeit einzulassen. Welchen Eindruck hast du?« Auch Gefühle
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wie Ängste und Sorgen werden vorsichtig und positiv angesprochen.
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Gegen Ende des RT wird überlegt, welche Hilfen dem JA und der Familie nach diesen ersten Eindrücken angeboten werden können. »Ich
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kann mir gut vorstellen, mit Paul zu arbeiten, und denke, dass zunächst einige Termine mit ihm alleine gut wären, damit wir uns näher
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kennen lernen können. Wenn Paul sich darauf einlässt, könnte ich mir
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auch gut vorstellen, dass wir ihn in die Freizeitgruppe (nur Jungen)
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aufnehmen könnten. Die anderen Jungs würden sich sicher über ›Zuwachs‹ freuen.« »Gut, und ich kann mir vorstellen, dass die Eltern
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einen Bereich für sich brauchen. Ich kann regelmäßig auch in den
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Abendstunden Gesprächstermine anbieten, damit die Eltern in Ruhe
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die Erwachsenenthemen bearbeiten können. Ich bin gespannt, ob sich
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auch Herr Krahl auf solche Termine einlassen kann.« Nach dem RT
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wenden sich die Mitarbeiterinnen wieder den anderen Gesprächspartnern zu und erfragen, was sie gehört haben, welche Aussage etwas in
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ihnen ausgelöst hat und was sie von den Vorschlägen halten.
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Für und mit Familie Krahl wird verabredet, dass in einer achtwöchigen Probezeit zweimal wöchentlich Begegnungen zwischen dem Sozialpädagogen und Paul stattfinden mit den Zielen:
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• einen arbeitsfähigen Kontakt herzustellen
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• Paul bei der Definition seiner Ziele zu unterstützen
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• Ansprechpartner für seine persönliche Themen zu sein
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• wenn möglich: neue Ideen zur Freizeitgestaltung finden.
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Für Herrn und Frau Krahl bietet die Familientherapeutin einmal wöchentlich Gespräche an, an denen auch der arbeitsüberlastete Herr
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Krahl teilnehmen kann. Ziele sind hier:
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