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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 221 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
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9. Sozialpädagogische Familienhilfe
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wünscht für die Betreuung der Familie neben einem sozialpädagogischen Angebot auch familientherapeutische Settings.
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Jede Fachkraft kann telefonische Anfragen entgegennehmen. Sobald ein Fall erläutert wird, beginnen wir mit einer Genogrammskizze. In der Regel werden zunächst viele Informationen über den
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mutmaßlichen Symptomträger gegeben. Mit der Genogrammskizze
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wird visuell markiert, welche Fragen noch zu stellen sind. Beispielsweise: »Hat Paul Geschwister?«, »Sind die Eltern verheiratet?«, »Welche Ziele haben die Eltern oder die Kinder bereits benannt?«. So wird
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unterstützt, dass bereits in der ersten Informationsphase der Blick auf
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das System gerichtet wird.
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Mithilfe der Genogrammskizze stellt die Fachkraft in der folgenden Teamsitzung die Anfrage vor. Im Team werden erste vorsichtige
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Hypothesen bezüglich der »Diagnostik« und des Bedarfs erstellt.
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Nachdem alle neuen Familienanfragen vorgestellt wurden, wird die
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infrage kommende Fachkraft nach Kriterien wie fachlicher Qualifikation, Geschlecht, Wohnort der Familie und vorhandener Kapazität
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ausgewählt, und es wird – falls nötig – eine Ko-Betreuerin ermittelt.
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Im Falle einer Ko-Arbeit übernimmt eine dieser beiden Fachkräfte das
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Fallmanagement, stellt Kontakt zu den Kolleginnen des Jugendamtes
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her und verabredet ein Erstgespräch. An dem Gespräch nehmen die
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Familie, die beteiligten Personen vom JA und die beiden Fachkräfte
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der AGFJ teil.
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Der 16-jährige Paul ist derzeit in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie
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untergebracht. Vor ca. acht Wochen wurde die Einweisung aufgrund
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von Suizidandrohungen nötig. Da Paul sich heftig gegen die Einweisung wehrte und es zu Handgreiflichkeiten gegenüber seinen Eltern
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kam, wurden die Polizei zur Hilfe gerufen und eine richterliche
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Zwangseinweisung veranlasst. In der Psychiatrie verweigerte sich der
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Jugendliche zunächst völlig und randalierte. Erst nach ca. acht Tagen gewann er die Einsicht, dass ein Ende des Aufenthaltes nur zu erreichen
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ist, wenn er Bereitschaft zur Mitarbeit zeigt. Paul sollte in wenigen Tagen entlassen werden. Die Eltern forderten dringend Unterstützung, da
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sie befürchteten, er könnte zu Hause wieder in alte Gewohnheiten verfallen, und sie sahen sich diesen Anforderungen nicht mehr gewachsen.
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Die ASD-Kollegin berichtete weiter, dass Herr Krahl vor etwa drei Monaten nach wiederholten Auseinandersetzungen mit seiner Frau den
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familiären Haushalt verlassen und sich eine Wohnung gesucht hatte.
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Durch Pauls Verhalten sah er sich zur Rückkehr gezwungen. Die Eltern
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beabsichtigten nunmehr, »den Kindern zuliebe« ihre Beziehungsprob-
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