1.9 KiB
WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 217 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
-
Sozialpädagogische Familienhilfe
-
Sozialpädagogische Familienhilfe Ute Buggenthin
-
Einführung Die AGFJ – Arbeitsgemeinschaft zur Förderung von Kindern und Jugendlichen – ist eine Organisation, die sich seit mehr als 20 Jahren in der ambulanten Jugendhilfe engagiert. Anfänglich wurde nur die klassische, von Marga Rothe mit entwickelte Soziapädagogische Familienhilfe (SPFH) angeboten (Rothe 1990). Sie bestand im Kern aus Aufsuchender Familiensozialarbeit (zehn bis 15 Stunden pro Woche) mit u. a. folgenden Elementen:
• Strukturierungshilfen für den familiären Alltag (z. B. Tagesgestaltung)
• Haushalt (z. B. Umgang mit den zur Verfügung stehenden Geldmitteln)
• Umgang der Eltern mit den Kindern (z. B. lernen, miteinander Freizeit zu gestalten)
• Hausaufgabenhilfe für die Kinder (unter Einbezug der Eltern), • Hilfen beim Kontakt mit Ämtern (z. B. bei Sozialhilfebezug, MutterKind-Programm)
• Öffnung des Familienlebens in den Sozialraum hinein (z. B. Spielplatzbesuche, erste Kontakte mit dem Jugendzentrum, Integration der Kinder und/oder Eltern in Vereine) • Erschließung von Unterstützungsangeboten und Kontaktpunkten im Gemeinwesen (z. B. Müttergruppen, Arztbesuche, Geburtsvorbereitungsgruppen) (s. Goldbrunner 1989; Rothe 1990; Hargens 1997).
Heute verbirgt sich hinter dem Begriff SPFH ein Gesamtkonzept Aufsuchender und Sozialraumorientierter Familienarbeit. Nach Bedarf wird das klassische Handlungsspektrum der SPFH – Soziale Gruppenarbeit mit Kindern und Eltern, Erziehungsbeistandschaft (EZB), Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung (ISE) – angeboten und um familien- und paartherapeutische Settings, verstärkte Arbeit mit den Mesosystemen Kind + Familie + Schule oder Kind + Familie + Kindergarten (s. Ritscher 2002a) sowie Eltern- und Familientreffen und Elternseminare erweitert. Diese Konzeption wird weiterhin stän217