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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 208 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Michaela Herchenhan und Sabine Heppel
14 bzw. 13 Jahren zum Vater, der mittlerweile neu verheiratet war.
Auch die Mutter lebte zur damaligen Zeit in einer neuen Beziehung
und bekam ein Jahr nach Wegzug ihrer beiden ersten Kinder den
Sohn Daniel.
Trotz angespannter Familiensituation (viel Streit zwischen der
Ehefrau des Vaters und Jan) und immer wieder schwierigen Schulsituationen, konnte Jan ein Jahr beim Vater bleiben. Den Geschwistern ging es gut miteinander Sabine war die Vertraute von Jan. Er besuchte damals das Gymnasium, wechselte dann auf eine Realschule
und war dort ein durchschnittlicher Schüler. Kontakt zur Mutter und
zum kleinen Bruder bestand häufig. Jan zeigte vermehrt durch
depressive Verstimmungen und zwei Suizidversuche, dass es ihm
dennoch nicht gut ging, und so entschlossen sich die Eltern in großer
gemeinsamer Sorge, Kontakt zum Jugendamt aufzunehmen.
Im Laufe der Beratung kam es zu einer stationären Unterbringung von Jan, der diesen Schritt in ein anderes Alltagszuhause sehr
befürwortete, da er nach eigenen Worten sich weder bei der Mutter
noch beim Vater wohl fühlte. Nach anfänglicher Entspannung für Jan
und die Eltern unternahm er weitere Suizidversuche, seine Schulleistungen fielen nach dem Wechsel in die nächste Klasse sehr ab, er verschwand für einige Zeit aus der Einrichtung, aß nicht mehr und wollte
nur noch im Bett bleiben. Nach dem zweiten Suizidversuch kam Jan
in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie (KPJ), verbrachte dort einige
Wochen und wurde unter anderem mit Ritalin und Amphetaminen
behandelt. Nach einigen Verwüstungen seines Zimmers und nachgewiesenem Drogenkonsum (Cannabis u. a.) setzte er sein Zimmer in
Brand und wurde daraufhin entlassen. Die Eltern brachten ihn erneut
in eine KJP und entschlossen sich, die vom Jugendamt angebotenen
Klärungsgespräche zu nutzen, in der Hoffnung, dadurch einen Lösungsweg für ihren Sohn und die Familie zu finden.
Jan, seine Eltern, die Mitarbeiter des Jugendamtes und der Psychologe der KJP sahen die Notwendigkeit für eine Unterstützung.
Unklar war allen Beteiligten, wie diese Hilfe aussehen sollte.
6.2 Das erste Übergabegespräch
Für die Klärungsgespräche wurden uns folgende Einschätzungen der
familiären Ressourcen zur Verfügung gestellt:
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