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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 119 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
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5. Die Mehrgenerationenperspektive zu Beginn des Hilfeprozesses
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Triangulationsmuster, in dem sich die Mutter-Tochter-Harmonie
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über die Vater-Tochter-Disharmonie und umgekehrt die Vater-Tochter-Disharmonie über die Mutter-Tochter-Harmonie herstellt. Eine
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weitere mehrgenerationale Gemeinsamkeit ist die diffuse Beziehungsgrenze zwischen Eltern- und Kindebene.
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Eine möglicherweise anstehende Fremdunterbringung ist in diesem Familiensystem mehrgenerational betrachtet kein neues Thema.
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Vielmehr scheint sie auf der Großelternebene die Regel gewesen zu
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sein. Ob sie allerdings aktuell eine hilfreiche Option für Sarahs weitere Entwicklung wäre, kann schon jetzt, nach der Erfragung der Vorgeschichte, bezweifelt werden.
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3.2 Mehrgenerationales Fallverstehen und
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weiterführende Fragen anhand theoretischer Konzepte
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Die Auswertung der Geno- und Soziogrammarbeit fand in einer
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Teilgruppe des Teams statt. Es wurde eine Vielzahl von Hypothesen
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gebildet, die wir hier wiederzugeben und mit theoretischen Konzepten zu verknüpfen versuchen. Im Team wurden auch Vorschläge für
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die weitere Arbeit diskutiert, die sich aus dem Fallverstehen ergaben.
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Sie werden in Abschnitt 3.3. dargestellt. Es ist wichtig, sich immer darauf zu besinnen, dass die folgenden Beschreibungen nur den Status
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von Hypothesen haben und zu anderer Zeit, an anderem Ort und
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durch theoretisch anders orientierte Beobachterinnen ganz anders
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lauten könnten.
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Magersüchtiges Verhalten wird von Weber und Stierlin als aktiver
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Versuch der Selbstheilung gewertet. Betroffene Mädchen versuchen,
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mithilfe eines »Hungerstreiks« Grenzwände aufzubauen, wenn sie
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zu viel Einmischung erlebten, oder Gemeinsamkeit herzustellen,
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wenn Trennung drohte oder sie sich ausgeschlossen fühlten (Weber
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u. Stierlin 1989, S. 9). Damit wird dieses Verhalten zum Regulator im
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wechselseitigen Prozess von Bindung und Ablösung. Magersüchtiges
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Essverhalten vermittelt Mädchen wie Sarah auch das Gefühl, ihre
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Umgebung und vor allem ihren Körper kontrollieren zu können. Das
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Problem dabei ist, dass die damit einhergehende Abgrenzung immer
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zu einer gegen die anderen wird; in der Folge werden sie und der eigene Körper als feindliche Gegenüber und nicht als freundliche Anreger
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erfahren. In diesem Sinne müsste Sarah Möglichkeiten gewinnen, die
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Beziehung zu anderen Menschen und dem eigenen Körper so zu ge119
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