2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-kinder-und-jugendhilfe/pages/071.md

31 lines
2.4 KiB
Markdown

WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 71 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
3. Sozialräumliche Orientierung, Partiziption und Case Management in der Arbeit des ASD
chen. Die Mitglieder des Reflektierenden Teams formulieren nun ihre
Einschätzung der Situation und kommen darüber ins Gespräch. Dabei achten sie darauf, dass ihre Formulierungen anschlussfähig bezüglich der Sprache der Betroffenen sind, d. h., sie knüpfen an deren
Äußerungen an und verwenden deren Wörter und Begriffe.
Sie sollen möglichst das sagen, was ihnen durch den Kopf geht,
dies aber in wertschätzender Form bzw. positiv konnotiert, so dass die
Betroffenen es auch annehmen können, nicht verletzt sind und sich in
ihren Köpfen neue Sichtweisen entfalten können. Ziel des Reflektierenden Teams ist es außerdem, dass die Beraterin Impulse und Orientierung für die zweite Sequenz erhält. (Die Beraterin notiert gegebenenfalls Stichpunkte auf das Flipchart vor den Augen der Familie).
4.2.7 Zweite Beratungssequenz
Nach ca. zehn Minuten schließt die strukturierende Sozialarbeiterin
die Teamreflexion ab und übergibt der Beraterin wieder die Gesprächsführung. Diese fragt die Betroffenen, ob sie zu etwas von dem
gerade Gehörten Stellung nehmen möchten; z. B.: Was war wichtig?
Was war neu? Womit können wir etwas anfangen? Was bringt uns
zum Nachdenken? Welche Ideen erscheinen uns sinnvoll? Gab es irgendetwas, über das das Team nicht hätte sprechen sollen oder dem
wir gar nicht zustimmen können? Gibt es etwas, was uns gefehlt hat?
(Vgl. Andersen 1990, S. 145).
Die zuhörenden Betroffenen entscheiden, wählen aus, welche
Ideen ihnen wichtig sind und eine Bedeutung für sie bzw. die familiäre
Beziehungsdynamik haben.
Ziel der zweiten Sequenz ist es herauszufinden, was der Familie
helfen kann. Hierbei kann es darum gehen, alle Anwesenden nach ihren Wünschen und Vorstellungen für die Problemlösung zu fragen.
Die zweite Beratungssequenz dauert etwa zehn bis 15 Minuten.
4.2.8 Zweite Reflexionsphase des Teams
Die strukturierende Sozialarbeiterin leitet nun zur zweiten Reflexionsphase des Teams über. Die Teammitglieder äußern ihre Ideen
bezüglich der Frage, welche Hilfe geeignet sein kann, und stellen sie
zur Diskussion. Es werden auch Bedenken thematisiert oder die Möglichkeiten und Chancen von einzelnen Hilfen bzw. anderen unterstützenden Möglichkeiten und Ressourcen herausgestellt. Die Sozialarbeiterinnen sollten in dieser Phase zu einer Einigung kommen. Falls
71