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Die traumatische Gegenreaktion
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Die Auswirkungen der in der Psychoanalyse als → Gegenübertragung bekannten Dynamik auf die Pädagog*innen werden im
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fachlichen Diskurs zu wenig beachtet. Es kann nicht übersehen
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werden, dass die Mädchen und Jungen Gefühle, zum Teil heftige Gefühle in den Pädagog*innen auslösen, die den Inhalten der Gegenübertragung ähnlich oder gleich sind. Forschungen hierüber stehen
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aus. Möglicherweise rührt das daher, dass einige Psychoanalytiker
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die Nutzung der Gegenübertragung als streng an die analytische
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Situation gebunden verstehen.
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Im therapeutischen Setting sind Gegenübertragungsgefühle
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„[…] alle Gefühle des Analytikers einem Patienten gegenüber
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[…]“ (Heimann 1950, zit. n. Thomä/Kächele 1985, S. 86). Unterschiedliche Auffassungen von Gegenübertragung bewegen sich in
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einem Spannungsbogen: Während die ganzheitliche Auffassung
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von Gegenübertragung die Gesamtheit aller Reaktionen der
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Therapeut*in auf die Klient*in (Kernberg 1978; Heimann 1950)
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meint, begreift Greenson (1975) die Gegenübertragung ausschließlich als die Übertragung des Analytikers.
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Der Analytiker Karl König schlägt als Alternative zu Gegenübertragung den Begriff Gegenreaktion vor, da der Analytiker
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eben nicht nur auf die Übertragungen des Patienten reagiere
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(König 1993, S. 16). Diese erweiterte Definition scheint mir eher
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dem pädagogischen Kontext angemessen zu sein. Vor allem verweist König darauf, dass Gegenreaktionen sorgfältig ausgewertet
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werden müssen und sie keinen direkten Aufschluss über die Gefühle des Patienten geben (a. a. O., S. 33 ff.). Berücksichtigt werden
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muss, dass nicht alle Gefühle gegenüber Kindern und Jugendlichen
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Gegenreaktionen sind. Gefühle der Pädagog*innen im Arbeitsalltag
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können auch den Arbeits- oder eigenen Lebensbedingungen, den
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Kolleg*innen etc. gelten.
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Das Zusammenleben mit chronisch traumatisierten Kindern
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kann heftige Gegenreaktionen auslösen. Gerade im Kontakt mit
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störungswertig hoch dissoziativen Mädchen und Jungen erlebe ich
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dies in besonderem Ausmaß. Der wesentliche Unterschied zwischen
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positiver und traumatischer Gegenreaktionen sei die destruktive
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