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in konkret zu benennenden Gefahren, sondern eher in Ohnmachtserwartungen, der Befürchtung, die Verhältnisse und sich selbst
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nicht kontrollieren zu können sowie den Verhältnissen ausgesetzt
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zu sein.“ (Wolf 2000, S. 31) Philipp und Jana kennen Ohnmachtserfahrungen und Kontrollverlust zur Genüge. Es verwundert nicht,
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dass sie diese Grunderfahrungen in ihre Zukunftsvorstellungen
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transportieren. Vor allem aber beeinträchtigt das familiäre Milieu
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ihre Lebensplanung:
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Laura hat Angst, Alkoholikerin zu werden wie ihre Mutter. Julia fürchtet, sie
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werde bekloppt. Jana hat große Angst, die Krankheit ihrer Mutter geerbt zu
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haben. Philipp will keine Ausbildung machen, dass schaffe er nicht, wie sein
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Vater und seine Brüder.
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Der Weg dieser Jugendlichen von der Herkunft zur Zukunft ist
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ein steiniger Weg. Angesichts der Ungleichzeitigkeiten und Widersprüchlichkeiten des Individualisierungsprozesses wird er noch
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schwieriger, obwohl es bemerkenswert sei „[…], dass Jugendliche aus der sozial schwächsten Schicht – entgegen dem Trend –
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optimistischer geworden sind. War 2010 und 2015 nur fast ein Drittel
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(32 %) optimistisch hinsichtlich der eigenen Zukunft, sind es 2019
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mit 45 % deutlich mehr.“ (Shell Jugendstudie 2019, summary, S. 8).
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Doch auch die anderen 55 % haben ein Recht auf gute Zukunftsaussichten. Jana und Philipp brauchen mindestens im gleichen Maße
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wie beschützt aufwachsende Kinder Unterstützung für Fragen der
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Lebensplanung und Lebensführung. Erfahrungen von Selbstwirksamkeit und der Fähigkeit zur Selbstkontrolle müssen primären
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Zielen wie regelmäßige Teilnahme an Schule und Berufsbildung in
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ihrer Bedeutung dringend gleichgestellt werden:
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Jana hat Schwierigkeiten in der Schule. Konzentriert arbeiten, systematisch
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Hausaufgaben machen, die Schulsachen auch dabei zu haben, zuhören ist nicht
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ihr Ding. Jana hat Angst zu versagen, sie hält sich für dumm. Oft beschäftigen
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sie andere Themen: Irgendwo ist ein Mensch oder ein Tier gestorben, Jana fühlt
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sich schuldig. Jana will keine Frau werden. Jana hat Angst, verlassen zu werden,
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sobald die Gruppenleiterin den kleinsten Husten hat.
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