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191
Sie brauchen korrigierende Informationen. Jana erfährt, dass Erwachsene für das Wohlergehen der Kinder, ihrer Kinder verantwortlich sind und ja, dass dies auch im Gesetz steht. Doch oftmals genügt
dies nicht. Parentifizierte Kinder brauchen zur Entlastung einen
Hinweis, dass andere Menschen ihre Aufgabe übernehmen:
Anna sorgt sich um ihre jüngere Schwester. Diese lebt zu Hause und erwartet
15-jährig ein Kind. Die alkoholkranke Mutter redet dieser ein, sie beide
können dieses Kind schon versorgen und erziehen. Anna weiß, dass dies nicht
funktioniert. Erst die Übernahme der Verantwortung durch ihre Sozialarbeiterin
entlastet sie.
Die Auseinandersetzung mit der konkreten Familie
Es gibt unterschiedliche Anlässe der individuellen Auseinandersetzung mit der Herkunftsfamilie, z. B. Telefonate, Briefe der Eltern
oder persönliche Kontakte. Auch die Methoden der Bearbeitung
sind unterschiedlich. Manchmal langt ein Gespräch und mal braucht
es einen inneren Dialog mit Unterstützung der Pädagog*in oder
Therapeut*in. Intensiver sind → Genogramm- oder Biografiearbeit,
die Erstellung eines Zeitstrahls als Vorbereitung zur Hilfeplanung,
die Vorbereitung des eigenen Geburtstagsfestes oder die Auseinandersetzung mit den realen Eltern. All dies erfordert die Bereitschaft der Bezugspersonen, die Mädchen und Jungen zu begleiten,
auch wenn sie von ihren Gewalterfahrungen berichten. Und es muss
ihnen dennoch möglich sein, Mutter und Vater (Täter, Dulderin
oder Mittäterin) vermissen zu dürfen. Ein möglicher Wunsch nach
Entidealisierung, der sich manchmal spontan bei den Helfer*innen
einstellen kann, muss reflektiert werden. Nur so kann ein wichtiges
Ziel die eigene Herkunft und das eigene Milieu akzeptieren zu
können erreicht werden:
Sonja dreht mit ihrer Pädagogin einen Film über wichtige Stationen ihres
Lebens. Sie beginnen den Film an Sonjas Grundschule, eine Lehrerin hatte
Sonja gemocht. Sie filmen das Wohnhaus ihrer Familie, „das Schreckenshaus“,