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Erziehung der 1970er Jahre wesentlich beeinflusste, begriff Lehrende
und Lernende als Beteiligte an demselben Lern- und Bildungsprozess. Die Lehrenden dürften nicht als ranghöher gedacht werden,
weil sie über Wissen verfügen, die der/die Lernende noch nicht hat
(Freire 1975). Das Prinzip der Augenhöhe findet sich im traumapädagogischen Konzept der Selbstbemächtigung wieder. Expertenschaft meint die Expertenschaft der Mädchen und Jungen aus
herausfordernden Lebensumständen und ausdrücklich nicht die
Expertenschaft von Fachleuten. Menschen aus herausfordernden
Lebensumständen sind Expert*innen für diese. Fachleute und
Expert*innen können voneinander lernen.
Expert*innen haben zumeist Erfahrungswissen, über das
manche Profis nicht verfügen und von dem sie auch nicht wissen,
wie sich das in der Realität anfühlt.
Thomas räumt die Küche nicht auf. Sein Erzieher droht ihm Stress an. Thomas
antwortet: Du weißt doch gar nicht, was Stress ist.
Dies ist eine wunderbare Einladung von Thomas, mit ihm über
Stress zu reden, etwas über Traumata zu erfahren und die Selbstakzeptanz und seine Expertenrolle zu stärken.
Die zwölfjährige Monika, die in einer Wohngruppe lebt, ist oft wie weggetreten,
sie dissoziiert. Diese Zustände empfindet sie selbst als störend. Ihre Bezugsbetreuerin soll ihr helfen. Die Betreuerin beginnt eine Geschichte über Das
Wegtreten zu schreiben, Monika hört zu, das kennt sie. Monika schreibt weiter,
gemeinsam entwickeln sie Strategien gegen die dissoziativen Zustände, sie
schreiben eine Geschichte über die Weiß nix Zeit.
Monika ist und wird immer mehr Expertin für störungswertige
Dissoziation (Weiß 2014, S. 97 ff.).
Die Pflegeeltern von Jonas und Michael erklären ihnen die Funktionsweise
des dreigliedrigen Gehirns und erzählen auch von den zersplitterten Sinneseindrücken im limbischen System. Sie verwenden drei unterschiedlich große
Kreise. Jonas findet den Kreis des limbischen Systems zu klein: „Ihr wisst gar
nicht, wie viel da abgespeichert ist.“