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Fachliche und ethische Impulse für die Kinder- und Jugendhilfe
Ethik in den Institutionen Führung und Verantwortung
In vielen Organisationen dient das Leitbild als ethische Orientierung für die
grundsätzliche Arbeitsweise der Institution. Jedoch erfolgt ethisches Handeln in
dauernder Selbst- und Fremdreflexion, sodass ein Leitbild, welches ausschließlich
als Papiervorlage in der Institution existiert, eine relativ schwache und unverbindliche Orientierungslinie darstellt. Im pädagogischen Kontext zeigt sich direkt und
indirekt ethisches Verhalten unter anderem in folgenden Dimensionen: Reflexionskultur, Vertrauen in Fach- und Persönlichkeitskompetenz jeder Mitarbeiterin
und jedes Mitarbeiters, Umgang mit Schwächen, Regelübertretung und Nicht-Können, Umgang mit Gewalt sowie mit Emotionen, Problemen und Macht.
Die gelebten ethischen Grundlagen einer Institution müssen die Führungskräfte verantworten und als eine fortwährende Führungsaufgabe annehmen. Es
schließt sich die Fragestellung an, was konkret die Führungskräfte für diese Verantwortungsausübung benötigen. Ethische Haltung und Kompetenz können nicht
verordnet, sondern vielmehr nur im Diskurs und partizipativ entwickelt werden
(Schuhmacher 2013).
Die Einordnung organisationsethischer Belange unter traumapädagogischen
Aspekten könnte sich analog zu den traumapädagogischen Grundhaltungen an
folgenden Gesichtspunkten zeigen:
• konstruktive Feedbackkultur und Reflexionsniveau innerhalb der Einrichtung
• interdisziplinäre Zusammenarbeit
• transparenter und vertrauensvoller Informations- und Kommunikationsfluss
• Teilhabe an Verantwortung und Entscheidungen
• Förderung von Selbstorganisation
Pädagogisches Handeln sollte grundsätzlich nicht uneingeschränkt frei im Belieben des Einzelnen liegen, sondern vielmehr als beständige Führungsaufgabe anerkannt und kontrolliert werden (Schumacher 2013). Kontrolle meint hier im positiven Sinne ein Interesse der Führungskräfte für das pädagogische Handeln,
inklusive hinreichender Beratungs- und Versorgungsangebote für die pädagogischen Fachkräfte. Vom Standpunkt der Fachkräfte ausgehend, benötigen diese in
erster Linie die Wahrnehmung, dass sie von den Leitungskräften Hilfe, Unterstützung und Orientierung erwarten dürfen, auch in ethischer Hinsicht. Wer junge
Menschen würdigend behandelt, hat ebenfalls ein Recht auf Würdigung der eigenen Person.
Die traumapädagogische Grundhaltung kann dauerhaft wachsen, wenn die
ethische Kompetenz von Institutionen und von pädagogischen Fachkräften ausgebildet und gefördert wird. In dieser Hinsicht ist zu postulieren, dass in Jugendhilfeeinrichtungen ein fortlaufendes Ethikkomitee einzurichten sei, welches hierarchieübergreifend ethische Fragen aus der Praxis behandelt. Die Funktion von
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