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Schlussfolgerungen für die stationäre Praxis
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wird auch ein »wütender Michael« vom Fernseher aufstehen und sich um die Situation draußen kümmern.
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Idealerweise erhält das Kind sowohl traumapädagogische als auch traumatherapeutische Hilfe. Traumaspezifisch ausgebildete Pädagog*innen können aber auch
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ohne therapeutische Unterstützung sehr erfolgreich mit dissoziativen Kindern arbeiten. Psychoedukation, Trigger- und Ressourcenlisten, Dissoziationsstopps und
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körperliche Regulationstechniken helfen den Kindern, ihre eigenen Symptome zu
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verstehen, sie zu akzeptieren und mit ihnen umzugehen. Die Pädagogik der Selbstbemächtigung nach Weiß (2014b) ist ein wichtiges traumapädagogisches Konzept,
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das die wertschätzende und praktische Arbeit mit dissoziativen Traumafolgereaktionen beschreibt: »Selbstbemächtigung […] bedeutet, dass die Mädchen und Jungen Stück für Stück das Gefühl für sich selbst wiederfinden, ihre dissoziativen Zustände wahrnehmen, als Überlebensstrategie schätzen und regulieren lernen. Dass
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sie sich selbst spüren lernen und in Beziehungen möglichst selbstbestimmt leben
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werden« (Weiß 2014).
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Haben dissoziative Kinder ausreichende Stabilisierungsmöglichkeiten für sich
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erarbeitet, können wir mit ihnen üben, mit ihren Anteilen als Team zu arbeiten.
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Sind die wichtigsten inneren Anteile erst einmal identifiziert, können sie miteinander verhandeln und ihre jeweiligen Bedürfnisse anmelden. Anteile, die vielleicht
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noch in einem jüngeren Alter feststecken, wie etwa Josis kleiner verlassener Mädchen-Anteil, können so nachreifen (Weiß 2014). Externalisierungsmethoden, wie
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etwa das Zeichnen einer inneren Landkarte, das Darstellen verschiedener Anteile
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mit Tonfiguren, das Stellen der Anteile mit Stofftieren oder das Sprechen auf verschiedenen Anteile-Stühlen sind für die Anteile-Arbeit besonders hilfreich.
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Eine ganzheitliche Traumaverarbeitung kann langfristig allerdings nur funktionieren, wenn das Kind stabile Bindungsbeziehungen entwickeln kann und eine
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ausreichend intensive und traumapädagogisch ausgebildete Betreuung gegeben
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ist. In der Jugendhilfe sind wir diesbezüglich mit einigen problematischen Bedingungen konfrontiert:
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• Eine Traumatherapie für die Kinder zu organisieren, stellt eine große Hürde dar.
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Neben dem allgemeinen Mangel an Therapeut*innen der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind traumatherapeutisch ausgebildete Kindertherapeut*innen, die
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mit dissoziativen Störungen arbeiten, fast so selten wie ein weißer Rabe.
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• Der andauernde Kontakt zur traumatisierenden Herkunftsfamilie triggert die
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Kinder immer wieder an, sodass sich das psychophysiologische Stresssystem
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nicht entspannen kann und die pädagogische und therapeutische Arbeit stark
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erschwert oder sogar unmöglich wird (Brisch 2008). Demgegenüber steht das
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gesetzlich verankerte Recht auf Erziehung, das vom Jugendamt nur in Extremfällen angetastet wird. Eine drohende Rückführung in die traumatisierende
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Herkunftsfamilie ist eine Gefahr, die das Kind stark belasten und die Arbeit sehr
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erschweren kann (Marks 2014a).
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