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Dissoziation als Anpassungsleistung
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tet wird), Zuhause bei den Pflegeeltern oder in der WG sind sie dagegen hoch aggressiv – oder andersherum. In der stationären Hilfe kann es auch vorkommen,
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dass bestimmten Mitarbeiter*innen gegenüber bestimmte Anteile besonders aktiv
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sind und das Kind infolgedessen sehr unterschiedlich wahrgenommen und eingeschätzt wird. In der Folge kann es zu heftigen Auseinandersetzungen im Team
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kommen.
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Grundsätzlich gilt, dass uns die Arbeit mit dissoziativen Kindern besonders belastet und beeinflusst. Wir fühlen uns oft verwirrt, überfordert, als ob wir einfach
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nichts richtig machen können (Weiß et al. 2014, S. 110ff.). Wir fühlen uns ausgelaugt, inkompetent und verunsichert – dies wird im Teufelskreis der dissoziativen
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Nichtreaktion nach Schmid (Schmid 2009, zitiert in Weiß et al. 2014, S. 106) sehr
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gut erfasst. Manchmal spüren wir auch eine unangenehme Abneigung, uns auf das
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Kind einzulassen. Die traumatischen Erlebnisse dieser Kinder übertragen sich dynamisch auf uns, und wenn wir in einer WG unter Umständen nicht nur eines,
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sondern gleich eine ganze Reihe komplextraumatisierter Kinder haben, dann entsteht sehr schnell ein Gefühl im Team, als ginge es ständig um Leben und Tod. Es
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kommt dann zu emotional überladenen »fachlichen« Diskussionen, wir fühlen
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uns dünnhäutig, schnell angegriffen und müssen unseren Standpunkt mit großer
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Dringlichkeit durchsetzen.
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Sobald eine solche Energie spürbar wird, ist es wichtig innezuhalten, die Dynamik anzuerkennen und sich miteinander zu fragen: Was passiert hier eigentlich
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gerade? Dabei kann es hilfreich sein, auch als Helfer*in erst einmal Stabilisierungsmethoden anzuwenden – im Sinne eines dynamischen Dissoziationsstopps
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– aufstehen, Fenster öffnen, durchatmen, Arme und Beine abklopfen und schütteln – es geht heute nicht um Leben und Tod. Danach fällt es leichter, sich mit
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empathischem Abstand auseinanderzusetzen: Welche Gefühle sind bei jedem da
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und in welchem Zusammenhang stehen sie mit der (Trauma-)Geschichte des
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Kindes?
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Schlussfolgerungen für die stationäre Praxis
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Dissoziative Kinder können ohne spezifische Behandlung nicht gesunden, Trauma
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wächst sich nicht aus! Im Gegenteil, die Stressfolgen verschlimmern sich über den
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Verlauf der Entwicklung. Im Allgemeinen lassen sich dissoziative Traumafolgen
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bei Kindern unter angemessenen Bedingungen und mit der entsprechenden Begleitung erfolgreich und schneller heilen als später, wenn sie erwachsen sind. Dafür brauchen diese Kinder traumasensible Hilfe, sowohl von den Mitarbeiter*innen in der Jugendhilfe als auch von therapeutischer Seite. Im Fall von Michael
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reicht es langfristig nicht aus, ein oder zwei Imaginationsübungen einzuüben. Diese können kurzfristig sehr hilfreich sein, aber wenn der Trigger stark genug ist,
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