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Behandlungskonzept
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Wichtig ist ebenfalls: Was weiß, nach Einschätzung der Bezugspersonen, das
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Kind selbst über seine Vergangenheit? Gemeinsame Reflexionen des*der The
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rapeut*in mit den heutigen Bezugspersonen kann bereits in der Probatorik helfen,
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das Kind und seine innere Dynamik wie auch die Dynamik zwischen Kind und
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Außenwelt besser zu verstehen. Was z. B. verwirrt die Bezugspersonen, das Team
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im Zusammensein mit dem Kind, welche Affekte löst es hier aus? Auch Beobachtungen der Lehrkraft sind hilfreich für die Diagnostik. Unterlagen aus dem Jugendamt über die frühe Lebensgeschichte bei den leiblichen Eltern sind ebenfalls
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notwendig und sinnvoll, um die psychische Situation des Kindes heute besser einschätzen zu können. Wenn es möglich und sinnvoll erscheint, sollten auch die
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leiblichen Eltern zu einer oder mehreren Sitzungen eingeladen werden, um über
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Schwangerschaft, Geburt und die frühe Zeit zu Hause zu berichten.
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Bei komplex traumatisierten Kindern und Jugendlichen orientiert sich der Behandlungsansatz – wie bereits weiter oben beschrieben (Gahleitner in diesem
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Band) – an dem bewährten, aber durch seine Kooperationsnotwendigkeiten leicht
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abgewandelten Modell von Leslie Lebowitz, Mary R. Harvey und Judith Lewis Herman (Lebowitz/Harvey/Herman 1993; vgl. auch Gahleitner 2021; Gahleitner et al.
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2014/2017). Das Modell unterscheidet (1) Stabilisierung und Arbeit an innerer Sicherheit, (2) Traumaprozessieren und (3) Integration, ohne jedoch die einzelnen Phasen
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als voneinander völlig trennbare Abfolge zu verstehen. Äußere Sicherheit muss dabei
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als Voraussetzung weitestmöglich gegeben sein, sonst kann sich das Kind oder der*die Jugendliche der Entwicklung von innerer Sicherheit nicht zuwenden, und dissoziative Bewältigungsstrategien können nicht aufgegeben werden. Es empfiehlt sich
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eine gründliche Reflexion mit den heutigen Bezugspersonen und dem betreuenden
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Jugendamt, ob die äußere Sicherheit für das Kind ausreichend gegeben ist.
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1. Stabilisierung
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Zu Beginn einer Therapie steht der Aufbau einer stabilen haltgebenden therapeutischen Beziehung zwischen Therapeut*in und Kind im Vordergrund. Das Kind
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braucht die Erfahrung, von dem*der Therapeut*in gesehen, »contained«, wertgeschätzt zu werden, Vertrauen und Sicherheit in der therapeutischen Beziehung zu
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finden. Dabei ist aber wichtig, dass weder Therapeut*in noch heutige Bezugspersonen miteinander in Konkurrenz hinsichtlich ihrer Beziehung zum Kind stehen.
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Das Kind braucht verlässliche fürsorgliche Interaktionspartner*innen, um den
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häufig desolaten Bindungserfahrungen aus seiner Vergangenheit mehr und mehr
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entgegenzusetzen und sichere Bindungsmuster zu entwickeln. Aufgabe des*der
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Therapeut*in sollte es sein, dem Kind und seinen heutigen Bezugspersonen immer wieder auch triangulierend zur Seite zu stehen. Ziel ist, zur Verständigung
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zwischen Kind und Bezugsperson beizutragen und die Bindungsbeziehung zwischen ihnen zu vertiefen.
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