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Rassismus als Trauma ein strukturelles Problem in der psychosozialen Arbeit
Rassismus als Trauma ein strukturelles
Problem in der psychosozialen Arbeit
Newroz Duman, Lisa Hartke und Melanie Wurst
»Diese kleinen Momente, sie wirken wie Mückenstiche.
Kaum sichtbar, im Einzelnen auszuhalten,
doch in der Summe wird der Schmerz unerträglich.«
Alice Hasters (2020)
Rassismus als gesellschaftliche Gewaltstruktur
Wenn von Rassismus die Rede ist, denken viele Menschen zuerst an rassistische
Kommentare im Netz oder in alltäglichen Interaktionen, bei denen Menschen aufgrund physischer oder kultureller Merkmale und der damit vermeintlich verbundenen »Andersartigkeit« beleidigt und gedemütigt werden. Doch möchte man die
ausgeprägte Wirkmächtigkeit dieser Diskriminierungsform auf die Betroffenen
tatsächlich wahrnehmen und anerkennen, reicht dieser Blickwinkel nicht aus.
Rassismus stellt ein gesamtgesellschaftliches Phänomen dar, das auf kolonialen
Traditionen aufbaut und sich seither tief in die Strukturen der Gesellschaft eingeprägt hat (Gold et al. 2021). Rassismus beeinflusst, bewusst oder unbewusst, die
Regeln und Normen unseres Zusammenlebens, unsere alltäglichen Gedanken und
Handlungen sowie unsere Einstellungen (Laabdalloui 2024). Soziale und kulturelle Unterschiede werden dabei als unveränderlich und vererbbar dargestellt (naturalisiert), Menschen werden in homogene Gruppen zusammengefasst, anderen
gegenüber polarisiert und damit hierarchisiert. Es geht dabei nicht um individuelle Vorurteile, sondern um die Zementierung gesellschaftlicher Machtverhältnisse,
die sich durch die Diskriminierung so konstruierter Gruppen legitimieren (Rommelspacher 2009). Studien machen auf strukturellen Rassismus in Behörden, im
Gesundheitswesen, letztlich in allen Lebensbereichen aufmerksam (vgl. z. B. DeZIM-Institut: NaDiRa-Bericht 2023).
Trauma als Prozess
Wenn Menschen schlimme Erfahrungen machen, für die ihre natürlichen Ressourcen zur gesunden Bewältigung des Erlebnisses nicht ausreichen, ist die trau-