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Scham im Kontext von Trauma
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delt, kann vermutlich nur in einer schamsensiblen Interaktion- oder Beziehungssituation verstanden werden.
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Scham im Kontext von Trauma
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Mit dem bisher Ausgeführten wird evident, dass wir es bei der Scham mit einer
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sehr grundlegenden Vulnerabilität zu tun haben, aus der nicht nur unabsichtlich
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oder zufällig, sondern auch direkt intendiert – etwa durch Demütigung oder Beschämung – Verletzungen herbeigeführt werden, die als traumatisierend zu qualifizieren sind.
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Wenn mit Fischer/Riedesser (2009) nachvollzogen wird, was Traumatisierung
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umfasst – oder, noch expliziter gefragt – was ›das Traumatische am Trauma‹ ist,
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dann verweisen ihre Formulierungen auf »das schutzlos Preisgegeben und völlige
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Ausgeliefert sein« (S. 84) und legen damit eine enge Verbindung von Trauma und
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Scham nahe, nicht nur insofern eine Überflutung mit Schamgefühlen, die das Individuum nicht verarbeiten kann, traumatisierend wäre (traumatische Scham),
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sondern insofern Traumatisierung an sich große Scham- und Beschämungspotenziale aufweist, weil sie mit einem zumindest temporären Verlust oder im Extremfall der Zerstörung einer existenziellen Schutzschicht einhergeht. Opfer von Missbrauch, Misshandlung, Gewalt und Folter leiden an tief erschüttertem Selbst-,
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Welt- und Beziehungsvertrauen und können sich generell selten und insbesondere
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nicht im eigenen Körper sicher fühlen. Speziell bei interpersoneller Traumatisierung durch Gewalt werden erfahrene Demütigungen von den Opfern übernommen und dauerhaft internalisiert.
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Um diese unheilvolle Internalisierung zu verstehen, muss auch ein Blick auf die
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Psychodynamik der Gewalttäter*innen gerichtet sein, denn diese hat häufig selbst
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ihren Ursprung in der Scham. Fonagy (2006) zeigt, dass »Brutalisierung im Bindungskontext« zu intensiver Scham führt, die nicht mentalisiert werden kann, da
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die Fähigkeit zu mentalisieren noch nicht ausdifferenziert ist. Die nicht mentalisierte Scham wird als unerträgliche »Zerstörung des Selbst« erlebt, so genannte
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»Ich-destruktive Scham«, die ihrerseits wieder durch Gewalt kontrolliert werden
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kann: »Der Akt der Gewalt selbst ist im Wunsch begründet, die externalisierten
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(projizierten) Selbstanteile im anderen zu zerstören und dadurch die Kohärenz
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(das Überleben) des Selbst zu sichern« (Fonagy 2006, S. 530). Folglich wird die*der Gedemütigte von der eigenen Wertlosigkeit überzeugt, denn nicht nur sein
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Leib, sondern sein gesamtes Selbst wurden geschändet (vgl. Marks 2021, S. 25ff.).
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Diese Introjektion der Scham der Täterin/des Täters durch das Opfer kann psychodynamisch als Identifikation mit der*dem Aggressor*in konzeptualisiert werden. Nach einem gewaltsamen Überschreiten der Ich-Grenzen kommt es zur Introjektion der Gewalt, zu einem In-sich-Aufnehmen oder vielmehr: zu einer
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