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Schlussbemerkung
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Die Konfrontation mit dem Schmerz der anderen ist herausfordernd. Sie kann als
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Gegenreaktion1 extreme Gefühle von Angst, Wut, Verzweiflung, Hilflosigkeit,
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Ohnmacht, Schuld und Scham, Mitleid, Empörung, Frustration, Gereiztheit, Müdigkeit und Verwirrung hervorrufen. Oder die Abwehr von Ohnmachtsgefühlen
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bewirken Haltungen von Grandiosität, Allmacht und Retter*innenfantasien. Das
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klingt schwierig, ist schwierig und erfordert Fachwissen über Gegenreaktionen
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und Fachberatung, die sich damit auskennt. Selbstsorge bedeutet, sich zu fragen:
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Wie kann ich diese spezifischen Belastungen (Hantke/Görges 2012) erkennen und
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versorgen? Für die transgenerationale Selbstbemächtigung gilt das gleiche wie für
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die Anerkennung des Schmerzes: Erst wenn ich in der Lage bin, meine transgenerationalen Belastungen zu sehen und zu spüren – in welcher Dosis auch immer
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dies mir zuträglich ist – kann ich andere in ihrer transgenerationalen Selbstbemächtigung begleiten. Was sind meine Brüche, was braucht mehr Aufmerksamkeit? Die Auseinandersetzung über Scham ist notwendig. In der Pädagogik kommt
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sie selten vor. Vielleicht auch deshalb, weil sie eine eigene Reflexion erfordert? Was
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ist meine eigene Scham, Beschämung, Stigmatisierung? Beschäme ich? Spiritualität lasse sich im pädagogischen Alltag nicht umschiffen – so Anja Sauerer –, wir
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brauchen eine reflektierte Haltung auch hierzu und sollten als Pädagog*innen
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oder vertraute Bezugspersonen offen sein für diese Fragen. Spirituelle Anbindung
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kann heilend wirken. Auch Fachmenschen, die mit Fragen der (Un-)Menschlichkeit konfrontiert sind, kann Spiritualität helfen, sich mit sich und anderen zu verbinden und Kraft zu schöpfen.
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Schlussbemerkung
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Die Bewältigung von durch Menschen verursachten Traumata setzt immer den
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Wechsel von der Objektrolle in den Subjektstatus innerhalb von sozialen Beziehungen voraus. Die Fähigkeit, für sich und andere sorgen zu können, ist mehr
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denn je zentraler Inhalt von Traumapädagogik. Dabei ist Selbstbemächtigung das
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Gegenteil von fremdbestimmter Selbstoptimierung. So steht die Pädagogik der
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Selbstbemächtigung im Widerspruch zu den sich verändernden Inhalten von Resilienz, die immer mehr zu fremdbestimmter und individualisierter Selbstoptimierung verkommt. Es geht darum, diese ›Psychopolitik‹ zurückzuweisen.
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Die individuelle Begleitung der Mädchen* und Jungen* zur Selbstbemächtigung ist letztendlich begrenzt, sofern sie nicht gesellschaftliche Dimensionen einbezieht. Die Wiederherstellung der Würde, die traumatisierten und sozial marginalisierten Menschen genommen wurde, und die individuelle und gesellschaftliche
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Anerkennung ihrer Wunden und ihrer Lebensleistung werden durch neoliberale
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Gegenreaktion verwende ich als Pendant zur psychoanalytischen Gegenübertragung.
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