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Konzeptionelle Rahmung
die Abwesenheit von Zwang, damit sich ein Dialog entwickeln kann. Im Dialog
wird die Position des Gegenübers im Sinne der Anerkennung der Expert*innenschaft konsequent mit einbezogen. Widerspruch ist erlaubt und sogar erwünscht,
da sich darüber neue Lern- und Entwicklungsräume erschließen lassen (Kühn
2009/2023b, S. 34f.). Ziel ist es, sichere Orte zu schaffen, an denen traumabetroffene Menschen »korrigierende Erfahrungen in einem positiven Sinn zu Beziehungsangeboten, eigenen Fähigkeiten und ihrem Platz in dieser Welt machen können«
(Kühn 2011, S. 157).
Die Handlungsebene pädagogische Fachkraft und Einrichtung oder
der geschützte Handlungsraum
Neben der Beziehungsebene ist es unumgänglich, den von Kühn (2008) dargestellten »geschützte[n] Handlungsraum« (S. 324), der durch institutionelle Strukturen
und Rahmenbedingungen geschaffen wird, genauer zu betrachten. Die Institution
sichert und verantwortet diesen Handlungsrahmen für die Professionellen und die
traumabetroffenen Menschen gleichermaßen. Ein gut funktionierender, traumasensibler institutioneller Rahmen eröffnet die für die Arbeit notwendigen »Entwicklungsräume« (ebd.; vgl. auch Kühn 2009/2023, S. 36). Für ihre herausfordernde Arbeit brauchen Professionelle nicht nur eine sichere Umgebung, sondern auch
vertieftes Fachwissen, ein professionelles Team sowie kollegiale Beratung, Supervision, ein funktionierendes Beschwerde- und Qualitätsmanagement und ggf. die
Arbeit flankierender Fachdienste. Zudem sind der Rückhalt und die Unterstützung durch Leitungs- und Führungskräfte der Einrichtung notwendig, wenn sichere Handlungsräume entstehen sollen. Daher sollte eine moderne und zeitgemäße Personalführung »in der Lage sein, mit klaren Werten, Visionen und Zielen
zu führen, Grenzen zu setzen, Unterstützung und Hilfen anzubieten, um auf diese
Weise förderliche Entwicklungsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen« (Schirmer 2011, S. 292).
Auf dieser Handlungsebene stehen die Professionellen selbst im Mittelpunkt.
Einerseits geht es um ihre Sicherheit und Stabilität im herausfordernden Arbeitsalltag und andererseits um den Erhalt ihrer Arbeitskraft durch Aufklärung
und Fürsorge. Hier soll aktiv Überforderung, sekundärer Traumatisierung und
Burn-out entgegengewirkt werden. Durch gezielte Angebote zur Fort- und Weiterbildung vor allem in den Bereichen Bindung, Psychotraumatologie, traumasensible Diagnostik sowie Deeskalations-, Krisen- und Notfallwissen haben Professionelle die Chance, mehr Handlungssicherheit zu gewinnen. Zudem sollten sie
durch die Leitung ermutigt werden, gewonnenes Wissen aktiv in den Arbeitsalltag
zu integrieren. Nach Schirmer (2011) erlangen Professionelle durch ihren Wissenszuwachs in der Regel eine höhere Arbeitsmotivation und -zufriedenheit, »da
sie im pädagogischen Alltag mehr Feinfühligkeit entwickeln, Erfolge erzielen und
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