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Behindertenpädagogik
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»Geistige Behinderung als soziale Konstruktion bedeutet nicht, dass die Biologie keine Rolle spielen würde. Ganz im Gegenteil. Sie versetzt geistig behinderte
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Menschen in ein anderes Verhältnis zu den Menschen und zur Welt und damit
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zur Möglichkeit des Aufbaus von Sprache, Kultur und Identität« (Jantzen 1999,
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S. 211).
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Je eingeschränkter sich diese Möglichkeiten darstellen, z. B. unter hoch isolierenden
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Bedingungen und Gewaltverhältnissen, ist die Psyche des Individuums gezwungen,
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sich neu zu organisieren, d. h., psychische und verhaltensbezogene Auffälligkeiten
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sind als Ergebnisse solcher Umstrukturierungsprozesse zu begreifen. Es
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»finden sich gerade bei geistig behinderten Menschen in sehr hohem Maße und
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abhängig vom Schweregrad ihrer Behinderung psychiatrische und psychosomatische Störungen. Dies ist nicht verwunderlich, wenn man sich vor Augen
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hält, dass gerade behinderte Menschen und vor allem schwer geistig behinderte
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Menschen häufiger als andere (nichtbehinderte) Menschen Hass, Ausgrenzung
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und Gewalt ausgesetzt sind. Die auftretenden Symptome sind nicht auf einen
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Defekt zurückzuführen, sondern Ausdruck dieser Lebensbedingungen, Kompensationsmuster bezogen auf die ständige Traumatisierung und das veränderte Verhältnis zur Welt. Insofern ist geistige Behinderung das Resultat sozialer
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und kultureller Isolation und Benachteiligung, und man muss auf allen Niveaus
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sogenannter geistiger Behinderung Verarbeitungsformen von schwerer Gewalt
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vermuten« (Meyer 2000, S. 21).
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Zusammenfassend lassen sich die Grundannahmen der Rehistorisierung wie folgt
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beschreiben:
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• »Der Mensch ist nicht als Geschichte einer Krankheit/Behinderung zu verstehen […].
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• Jeder Mensch zeichnet sich durch seine lebenslange Lern- und Entwicklungsfähigkeit aus […].
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• Rehistorisierung versucht, den Menschen wieder in seine eigene Geschichte zu
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versetzen […].
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• Es geht um die Entschlüsselung jeglichen Ausschlusses als inhuman […].
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• Es geht um die Entschlüsselung jeder Tätigkeit als sinnvoll […].
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• Im Mittelpunkt der Rehistorisierung steht der Aspekt des Verstehens […].
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• Es geht um den Übergang zwischen Erklären und Verstehen […]« (Weber 2006,
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S. 21–23).
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Im Prozess der Rehistorisierung verlässt die pädagogische Fachkraft die Position
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eines extern Beobachtenden und begibt sich mit dem Kind, der jugendlichen Person oder Erwachsenen in einen partizipativen Prozess der Neukonstruktion indi-
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