29 lines
2.2 KiB
Markdown
29 lines
2.2 KiB
Markdown
20
|
||
|
||
Traumapädagogik: Entstehung, Inspirationen, Konzepte
|
||
|
||
Traumapädagogik: Entstehung,
|
||
Inspirationen, Konzepte
|
||
Wilma Weiß
|
||
|
||
Die Entstehung der jungen Fachrichtung Traumapädagogik begann in stationären
|
||
und teilstationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe ab Mitte der
|
||
1990er-Jahre. Aus diesem Grunde beziehen sich die meisten grundlegenden Artikel in diesem Handbuch auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Mittlerweile wurden und werden die Möglichkeiten der Traumapädagogik in verschiedenen
|
||
Arbeitsfeldern ausprobiert und beschrieben (siehe Kapitel ›Handlungsfelder‹ in
|
||
diesem Band).
|
||
Traumasensible Pädagogik insbesondere für Kinder und Jugendliche ist notwendig, weil traumatisierte Mädchen* und Jungen* Überlebensstrategien entwickelt haben, die ihnen das Leben, den Zugang zu Gleichaltrigen und Erwachsenen
|
||
und vor allem den Zugang zu sozialer Teilhabe erschweren. Sie ist möglich, weil
|
||
schon alleine die Kenntnis dieser Strategien den psychosozialen Fachmenschen
|
||
und Pädagog*innen in Erziehungs- und Bildungseinrichtungen die unterstützende Begleitung der Mädchen* und Jungen* erleichtern kann. Traumabearbeitung
|
||
ist die Bewältigung durch die Betroffenen, Traumaarbeit die Begleitung durch psychosoziale Fachkräfte wie Traumapädagogik, Traumatherapie, Traumafachberatung, die Bewältigung traumatischer Erfahrungen in Selbsthilfegruppen, mit
|
||
NGOs, psychosoziale Traumaarbeit u. v. a. m.
|
||
In den letzten zehn Jahren entstanden in der pädagogischen Praxis verschiedene Konzepte mit Gemeinsamkeiten, Schnittmengen und Unterschieden.
|
||
|
||
Traumapädagogik ist Teil der Traumaarbeit
|
||
Traumapädagogik ist keine Therapie und Traumaexposition im klassischen therapeutischen Sinne. Sie wurde als Unterstützung traumatisierter Mädchen* und Jungen* im pädagogischen Alltag nötig. Die Korrektur traumatischer Erfahrungen ist
|
||
vor allen Dingen ein Prozess der Selbstbemächtigung der Mädchen* und Jungen*
|
||
in den für sie sozial bedeutsamen Bezügen. Das beinhaltet
|
||
• die Veränderungen von dysfunktionalen Einstellungen und Überzeugungen;
|
||
• die Möglichkeit, das Geschehene in die eigene Lebensgeschichte einzuordnen;
|
||
• die Chance, im Leben, im ›Jetzt‹ einen Sinn zu finden;
|