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Raw History

Männliche Jugendliche im Frauenhaus

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außerhalb des Frauenhauses und mit Unterstützung männlicher Pädagogen13, eingeholt und bewerkstelligt werden. „Im Gegensatz zur Erfahrung der Mädchen im Frauenhaus, fehlt es den Jungen also an ErŠ‘›ž—œȬȱ ž—ȱ Ž—’ꔊ’˜—œ–㐕’Œ‘”Ž’Ž—ȱ –’ȱ Ž–ȱ •Ž’Œ‘Ž—ȱ ŽœŒ‘•ŽŒ‘ǰȱ Š—ȱ Ž›—œ’žŠ’˜—Ž—ǰȱ ’—ȱ Ž—Ž—ȱ –’ĴŽ•œȱ ›’Ž—’Ž›ž—ȱ Š—ȱ ‹Ž˜‹ŠŒ‘‹Š›ȱ Š—Ž›Ž–ȱ –§——•’Œ‘Ž—ȱ ˜••Ž—ŸŽ›‘Š•Ž—ȱ auch neue Verhaltensweisen ausprobiert, bearbeitet und in die Identität integriert werden könnten“ (Henschel 1993: 274).

Wenn durch die Adoleszenz Neues entstehen soll (vgl. King 2002), also traditionelle Muster und Vorstellungen von Hierarchien zwischen den Generationen und Geschlechtern sich nicht nur reproduzieren sollen, braucht es unterschiedlicher Arten und Weisen von Interaktionen, die die Identitätsbildung stützen, begleiten und stärken können. Ǯ’Žȱ —œŽ‘ž—ȱ Žœȱ ŽžŽ—ȱ ’—ȱ Ž›ȱ˜•Žœ£Ž—£ȱ ’œȱ ’—ȱ –˜Ž›—’œ’Ž›Ž—ȱ ŽœŽ••œŒ‘ŠĞŽ—ȱ Š›Š—ȱ gebunden, ob und in welcher Weise Individuation ermöglicht oder verhindert wird“ (King 2002: 34).

Die „Übermacht“ von Weiblichkeit im Frauenhaus, der konkrete Erfahrungsmangel mit Männern, die sich nicht durch rollenstereotypes oder gewalttätiges Verhalten auszeichnen, erfordern zusätzliche Beziehungsangebote durch weitere Sozialisationsinstanzen. Das Frauenhaus Lübeck setzt deshalb auf die Zusammenarbeit mit den Institutionen Schule und Jugendhilfe, um heterogene Anforderungen und unterschiedliche Interaktionen zu ermöglichen sowie neue „Möglichkeits- und Entwicklungsräume“ für männliche Jugendliche außerhalb des Frauenhauses zur Verfügung zu stellen. Geschlechterpolarisierungen, die auch die inter-generationelle Weitergabe von Gewalt an das männliche Geschlecht beinhalten können, haben dann eine Chance durchbrochen zu werden, wenn z. B. Eigenschaften wie Bindung, die traditioneller Weise eher dem weiblichen Geschlecht zugeordnet wird und Autonomie, die stärker mit Männlichkeit konnotiert ist, aus ihrer jeweilig ausschließlichen Zuordnung herausfallen. Wenn Frauen, die misshandelt werden, also frühzeitiger beginnen, sich aus ihren zerstörerischen Beziehungen zu lösen und ihr Leben ohne Selbstverlust unabhängiger von der männlichen Anerkennung gestalten lernen, so haben weibliche wie männliche Heranwachsende die Möglichkeit, sich von männlicher Gewalt zu distanzieren und 13 Das Lübecker Frauenhaus beschäftigt deshalb seit einiger Zeit einen jungen Mann als Honorarkraft, der vor einigen Jahren selbst im Frauenhaus gelebt hat und von daher gut erinnert und nachvollziehen kann, was Mädchen und Jungen für Unterstützungsangebote brauchen, wenn sie vorübergehend im Frauenhaus leben. Diese Honorarkraft arbeitet sowohl mit den Mädchen wie den Jungen außerhalb des Hauses. Die gute Vernetzung des Frauenhauses, die u. a. eine enge Kooperation mit Jugendzentren beinhaltet, macht damit möglich, dass die Mädchen und Jungen trotz ihres Frauenhausaufenthaltes den Kontakt zu ihren Freundinnen und Freunden halten und pflegen können. Die Jugendforschung hat gezeigt, dass den Peers bei der Ablösung von der älteren Generation, also bei dem Individuationsprozess und damit der Stabilisierung der eigenen Identität, in der Adoleszenz besondere Bedeutung zukommt.