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Es gibt aber auch andere, regelrechte Kontrastmilieus zu dem der »konservativ-bürgerlichen Jugendlichen«. Die »Expeditiven« stammen bereits aus einem sehr gut gebildeten Herkunftsmilieu und sind in ihrer Werteorientierung modern oder sogar postmodern (was bedeutet, dass sie vorgegebene Stile ablehnen und Innovation und Seltenheit ihrer Ausdrucksformen suchen): »Typisch für Expeditive ist ein buntes Wertepatchwork. Sie legen großen Wert auf eine Balance zwischen Selbstverwirklichung, Selbstentfaltung, Selbständigkeit sowie Hedonismus einerseits und Pflicht- und Leistungswerten wie Streben nach Karriere und Erfolg, Zielstrebigkeit, Ehrgeiz und Fleiß andererseits. Von allen Jugendlichen sind sie mit die flexibelsten, mobilsten, pragmatischsten, innovativsten. Viele sind auch sehr kompetitiv und akzeptieren die Wettbewerbsgesellschaft.« (Calmbach et al. 2016, S. 150). Man sieht hier, dass vieles in diesem Milieu an die »Generation Greta« erinnert. Das macht darauf aufmerksam, dass Generationsbeschreibungen häufig nur die sichtbarste, obere soziale Schicht einer Generation abbilden. Meistens wird nach diesem Oberflächeneindruck nicht mehr nach den Schattierungen und Differenzierungen gefragt. Wenn doch, dann wird erkennbar, wie tastend solche Beschreibungen sind. Ein Beispiel: Die sogenannte »68er Generation« ist eine Gruppe Studierender gewesen, die auch in der Gesamtheit aller Studierenden eine Minderheit darstellte. Studierende insgesamt stellten in den 1960er Jahren eine sehr kleine Gruppe dar. Weniger als zehn Prozent eines Jahrgangs besucht überhaupt eine Hochschule. Obwohl also über eine gesellschaftliche Kleingruppe gesprochen wird, prägt diese die gesellschaftliche Wahrnehmung einer Generation. Generationenbegriffe sind demnach nicht immer treffend und weisen eine soziale Unwucht auf. Die Sichtbaren sind zumeist auch diejenigen, die über viel kulturelles und