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Gegenstand und Verortung
Mit der Unterscheidung von Kontexten der Sozialisation, die teilweise als aktiv steuernde, teilweise eher passiv strukturierende Räume der Entfaltung für die Persönlichkeit fungieren, hat die Erforschung von Ungleichheiten ein neues Blickfeld eröffnet. Jedes Setting ist demnach mit einer unterschiedlichen Ausstattung verbunden (räumlich wie sozial), bietet unterschiedliche Anforderungen für das Handeln und stimuliert Entwicklungspotenziale auf unterschiedliche Weise. Auf diesem Pfad wird ein Zentralthema der Sozialisationstheorie berührt, der Einfluss von ungleichen Lebensbedingungen auf die Ausprägung der Persönlichkeit und damit auf den Modus der produktiven Realitätsverarbeitung. Die Fragen nach den Kontexten der Sozialisation war von Beginn an sensibel für die Einflüsse sozialer Nahumwelten. Die Lebensbedingungen in der Familie, die Bedeutung der Herkunftsressourcen, der Einfluss der Wohnumwelt, das ökonomische, kulturelle und soziale Kapital der Eltern müssen in einem Orchester der unterschiedlichen Kontexteinflüsse gesehen werden. In Zeit der schichtspezifischen Sozialisationsforschung vor rund 50 Jahren dominierte hier die Frage nach den Einflüssen der sozialen Schicht auf die Lebenschancen von Kindern und Jugendlichen, wobei unter Lebenschancen meistens die Bildungschancen verstanden wurden. Heute sind die Zugänge der Forschung oder – wenn man so will – die Orchesterarrangements komplexer geworden. Es wird schon lange nicht mehr nur auf die Auswirkungen der sozialen Ungleichheit im Bildungsbereich geschaut. Genauso meint Ungleichheit keineswegs nur die soziale Herkunft der Eltern einer Familie (wobei auch nicht mehr nur auf den Beruf des Vaters geschaut wird). Heute wird auf »Flugbahnen« einer Familie fokussiert (steigt die