2026-001/documents/theory/diagnostics/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/405.md

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Kombination von Anerkennung, Anregung und Anleitung gekennzeichnet. Man kann in diesem Sinne von einem Zieldreieck der pädagogischen Beziehungen sprechen. Eine autoritäre, permissive, vernachlässigende oder überbehütende Beziehungsgestaltung ist auch in den organisierten Bildungseinrichtungen nicht zielführend. Die differenzierten Blickwinkel, aus denen Bildungs- und Erziehungsprozesse bisher thematisiert wurden, machen deutlich, dass unterschiedliche Blickwinkel auf die Bereiche Erziehung und Bildung und ihre individuellen und gesellschaftlichen Funktionen existieren. Die Theorie von Bourdieu zum Beispiel sieht Schule und Bildung fast durchgehend als Wettbewerb, bei dem die Frage der Produktion und Reproduktion von Ungleichheiten im Mittelpunkt steht. Fends Ansatz dagegen ist beschreibender und versucht die Breite dessen in Blick zu nehmen, was in den pädagogischen Settings passiert. Diese Unterschiedlichkeit der Perspektiven wird durch andere Blickwinkel noch ergänzt. Bildung wird gemeinhin als Grundlage für den materiellen Wohlstand und die wirtschaftliche und politische Funktionsfähigkeit einer Gesellschaft angesehen. Ohne ein leistungsfähiges Erziehungs- und Bildungssystem, das Wissen und Kompetenzen vermittelt und die für das Fortbestehen von Wirtschaft und Gesellschaft bedeutsamen Informationen und Wissensbestände auswählt, sind komplexe Informations- und Wissensgesellschaften nicht mehr handlungsfähig (Stehr 1994; Bittlingmayer 2005). Angesichts der riesigen Fülle von Informationen kommt dem Bildungssystem dabei immer mehr die Aufgabe der Strukturierung und Gewichtung von Informationen nach ihrem Wissensgehalt und ihrer Bedeutung für die Entwicklung der Persönlichkeit zu. Historisch gesehen wird ein hohes Maß an Bildung als Zielsetzung des Sozialisationsprozesses verstanden, um individuelle Autonomie und Freiheiten zu gewährleisten.