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die öffentliche Bildung vergleichsweise niedrig, weil die ganze Aufmerksamkeit des Staates darauf gerichtet ist, die Familien als »Keimzellen« des sozialen Lebens zu stärken. Den Familien wird so viel Verantwortung für das Wohlbefinden ihrer Mitglieder wie möglich überlassen. Damit verbunden ist die Absicht, das jeweilige Niveau der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu sichern, das sie im Laufe ihres Lebens erworben haben. Entsprechend investieren Länder wie Deutschland traditionell erheblich mehr in die soziale Sicherung und die Familienförderung als in die Bildung. So investieren zum Beispiel auch die meisten anderen EU-Länder (etwa drei Viertel) einen weit höheren Anteil an Finanzen in den Bildungssektor. Rund sieben Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Bildungsausgaben bei den europäischen Spitzenreitern stehen etwa vier Prozent des BIP (das als Indikator für die Wirtschaftskraft eines Landes verwendet wird) in Deutschland gegenüber. Dies ist der Hintergrund dafür, dass in Deutschland vor allem im Vorschulbereich die Rolle der öffentlichen Bildung schwach ausgeprägt ist. Im Vergleich zu den anderen Ländern ist dadurch der Einfluss des Elternhauses auf die gesamte Persönlichkeitsentwicklung der Kinder sehr groß. Entsprechend bestehen große Unterschiede zwischen den Familien, wenn es um die Förderung der Kinder und ihre Vorbereitung auf die Schule geht. Die Kinder in Deutschland sind sozusagen »auf Gedeih und Verderb« auf ihre Eltern angewiesen. Sind die Eltern erziehungskompetent, dann stimulieren sie ihr Kind und machen es fit für die Schule (s. unten ein Beispiel zur Erziehungsforschung von Annette Lareau im neunten Prinzip). Sind die Eltern in dieser Hinsicht nicht ausreichend vorbereitet, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihr Kind einen schlechten Schulstart haben wird. Erst in den letzten zehn Jahren zeigt sich ein spürbarer Wandel, der die öffentliche Erziehung und den