2026-001/documents/theory/diagnostics/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/371.md

1.7 KiB
Raw Blame History

»Laienerzieher« tätig sind, arbeiten im Erziehungs- und Bildungssystem professionell ausgebildete Berufsgruppen. Dabei ist zusätzlich zu beachten, dass der deutsche Sonderweg im Bildungssystem nachwirkt. Vor allem im internationalen Vergleich fällt auf, dass in Deutschland ein immer noch konservatives Wohlfahrtstaatsdenken nachwirkt, das traditionell wenig Bildungsinvestitionen vornimmt und wenig auf Chancengleichheit setzt. DAS SIEBTE PRINZIP UNTER DER LUPE Grundlegende Bedingung für die gestiegene Bedeutung des Bildungswesens in den Dienstleistungsökonomien sind unterschiedliche Entwicklungen. Diese können wiederum mit Verweis auf die Sozialtheorie von Pierre Bourdieu recht gut erläutert werden. Hierzu bedarf es eines kurzen Exkurses zur Bedeutung der historischen Entwicklungslinien, die verständlich machen, warum der Bildungssektor so an Bedeutung zunehmen konnte. Hierdurch wird deutlich, wie der Prozess einer wachsenden Arbeitsteilung, des Bedarfs nach höher qualifizierten Arbeitskräften und der spezifische Konkurrenzmodus um kulturelles Kapital zu der Ausformung von Bildungsstrukturen beigetragen hat, wie wir sie heute kennen. In den westlichen Gesellschaften hat vor allem seit dem zweiten Weltkrieg ein »Umstrukturierungsprozeß in der Wirtschaft« (Bourdieu/Boltanski/de Saint Martin 1981, S. 26) stattgefunden. Durch Zunahme der Wirtschaftseinheiten, die Bürokratisierung der Wirtschaftsbeziehungen sowie interne Veränderungen der Betriebsorganisation hat sich der Modus der Betriebsführung sehr grundsätzlich gewandelt (ab hier in Anlehnung an Bauer 2012). Die Betriebsleitung durch einen einzelnen Wirtschaftsmagnaten ist seither mehrheitlich mit Größe und Potenz des Betriebs zunehmend durch die