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und Angehörigen der Betroffenen und hier vor allem die Situation der Kinder psychisch erkrankter Eltern. Internationale Studien weisen seit vielen Jahren nach, dass das Risiko von Kindern psychisch erkrankter Eltern um ein Vielfaches erhöht ist, selbst eine gesundheitliche oder psychische Störung auszubilden. Rund ein Drittel der Kinder aus Familien mit einem erkrankten Elternteil ist selbst dauerhaft und chronisch betroffen, ein Drittel vorübergehend und nur ein Drittel unbelastet. Allein in Deutschland gehen konservative (also sehr zurückhaltende) Schätzungen davon aus, dass etwa 3 Millionen Kinder mit einem psychisch erkrankten Elternteil zusammenleben. Das ergibt rund ein Viertel der Kinder und Jugendlichen im deutschen Schulsystem. Regionalstudien zeigen, dass Familien, die Leistungen der Jugendhilfe erhalten, zu dem überwiegenden Teil mit der Problematik der Erkrankung mindestens eines Elternteils belastet sind. Inzwischen ist klar, dass dieses Ausmaß der betroffenen Familien und vor allem der Belastung der Kinder systematisch unterschätzt wurde und immer noch wird. Besonders schwerwiegend an der mangelnden Sichtbarkeit dieser Problematik ist, dass bisher kaum Handlungsansätze existieren, um den betroffenen Kindern wirksam zu helfen. Die Dunkelziffer der Betroffenen in den Familien bleibt seit vielen Jahren stabil. In der Versorgung dieser Familien haben wir einen »Treatment-Gap«, das heißt, Therapien für Erwachsene und Präventionsangebote für Kinder werden kaum in Anspruch genommen. Dass Kinder in der Schule auffällig werden, also uns als belastet auffallen, ist dabei überhaupt nicht die Regel. Die problematischen Fälle erwachsen aus Loyalitätskonflikten in den Familien, einer Tabuisierungsneigung oder sogar dem Zwang zum Verschweigen, den negativen Etiketten der Krankheit, den extremen Ängsten der Kinder vor Rückfällen und Verschlimmerungen der elterlichen Symptomatik, der Angst vor einer eigenen Erkrankung, der